Die Ethikkommission des Weltfussballverbands hat Fifa-Präsident Joseph Blatter und Uefa-Präsident Michel Platini vorübergehend von allen Funktionen suspendiert. Die Sperre gelte 90 Tage und könne um bis zu 45 Tage verlängert werden, teilte die Fifa am Donnerstag mit. In dieser Zeit sei es Blatter und Uefa-Präsident Platini untersagt, an Fussball-Aktivitäten teilzunehmen. Die Ethikkommission begründete die Massnahme mit der laufenden Untersuchung gegen die beiden.

Gestern tagte die Fifa-Ethikkommission und kündigte eine mögliche Suspendierung bereits an. Heute wurde der Entscheid kommuniziert. Blatter, der heute gemäss seinem persönlichem Berater Klaus J. Stöhlker um 7 Uhr zur Arbeit im Fifa-Büro erschien, muss seinen Arbeitsplatz räumen.
Während dieser Zeit seien die Top-Funktionäre von allen Fussball-Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene ausgeschlossen, teilte die rechtsprechende Kammer unter Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert mit.

Issa Hayatou aus Kamerun übernimmt interimistisch

Die Sanktionen seien Resultate der Ermittlungen der Ethik-Untersuchungskammer, detaillierte Gründe darf das Gremium nicht veröffentlichen. Mit dem Bann gegen Blatter vertritt ihn laut Satzung vorerst Vizepräsident Issa Hayatou aus Kamerun im höchsten Fifa-Amt. Auch Hayatou ist nicht unumstritten - gegen ihn wurden wiederholt Korruptionsvorwürfe laut, auch im Zusammenhang mit der geplanten WM in Katar.

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Zudem wurde Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke ebenfalls für 90 Tage suspendiert, Präsidentschaftskandidat Chung Mong Joon wurde für sechs Jahre gesperrt und muss 100'000 Franken zahlen.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte vor zwei Wochen ein Strafverfahren gegen Blatter unter anderem wegen des Verdachts der «ungetreuen Geschäftsbesorgung» eingeleitet. Platini war von den Schweizer Behörden wegen einer von Blatter empfangenen Zahlung in Höhe von 2 Millionen Franken als Auskunftsperson gehört worden.

(awp/gku/ama/chb)