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Korruption
Fifa sperrt Schwergewicht aus USA

Joseph «Sepp» Blatter: Grüsse an Chuck Blazer. (Bild: Keystone)

Fifa-Exekutivmitglied Chuck Blazer soll 21 Millionen Dollar abgezweigt haben. Nun sperrte ihn der Weltfussballverband provisorisch. Blazer ist sich juristischen Ärger gewohnt.

Von Christian Bütikofer
am 07.05.2013

Der Weltfussballverband Fifa hat Chuck Blazer provisorisch von allen fussballerischen Tätigkeiten für 90 Tage suspendiert. Die Fifa nannte in ihrer Mitteilung keine Zahlen, sprach bloss von «schweren mutmasslichen Verfehlungen» und mehrfachen Verstössen gegen das Fifa-Ethikreglement.

Chuck Blazer wird offenbar vorgeworfen, 21 Millionen Dollar in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben, berichtet die «New York Times».

Der Amerikaner Chuck Blazer war Fifa-Exekutivmitglied und Generalsekretär des Nordamerikanischen Fussballverbandes CONCACAF (Nord- und Zentralamerikanische und karibische Fussballkonföderation).

Bereits 2005 in Nöten

Chuck Blazer ist sich juristisches Ungemach gewöhnt. Bereits 2005 stand er auf der Anklagebank, wegen einer nicht zurückbezahlten Summe von 1 Million Dollar (siehe Downloads).

Chuck Blazer gehörte die Firma Multisport Games Development, die im Glücksspiel mitmischte. An der Multisport wollte sich 2001 auch der mexikanische Unternehmer Alejandro Burillo beteiligen. Für einen Anteil von 30 Prozent sollte er Blazer 1,5 Millionen Dollar auf ein Konto überweisen. Allerdings sollte der Betrag von Blazer so lange treuhänderisch verwaltet werden, bis Burillo die Firma einer wirtschaftlichen Prüfung unterzogen hatte. Nach der Bücherprüfung wollte Alejandro Burillo nichts mehr vom Investment wissen und verlangte 2002 die Gelder zurück.

Blazer antwortete ihm per E-Mail, er würde die ersten 500'000 Dollar in wöchtentlichen Tranchen überweisen, was bis Ende Mai 2002 auch geschah. Für die restliche Million jedoch hielt der seinen mexikanischen Geschäftspartner immer wieder hin, bis dieser 2005 die Summe gerichtlich in New York einklagte. In einer Antwort an den Richter bestritt Chuck Blazer sämtliche Vorwürfe. Wenige Monate später jedoch einigten sich die zwei Parteien. Ende 2005 zog Alejandro Burillo seine Klage zurück.

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