So etwas gibt es in der Politik immer wieder, weniger in der Werbung: Die jahrelangen Top-Sponsoren Coca-Cola und McDonald's fordern ihren wichtigsten Mann im Fussball, Fifa-Chef Sepp Blatter, öffentlich auf, sofort die Segel zu streichen.

Rücktritt!

Die US-Unternehmen begründen die Forderungen mit dem Strafverfahren, das die Bundesanwaltschaft gegen ihn eingeleitet hat.

Jeder Tag einer zuviel

Neben Coca-Cola und McDonald's erklärten auch der Brauereikonzern Anheuser-Busch und Visa am Freitagabend in kurzer Folge, Blatter müsse sofort zurücktreten. Mit jedem Tag leide der Ruf der Fifa weiter, hiess es bei Coca-Cola. Dagegen schloss sich Adidas nicht dem Aufruf an. Stattdessen betonte der Sportartikelhersteller lediglich, die Fifa müsse grundlegende Änderungen umsetzen. Deshalb sei es notwendig, die eingeleiteten Reformen schnell voranzubringen.

Anwälte Blatters weisen Forderungen zurück

«Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben den Ruf der Fifa und das Vertrauen in ihre Führung weiter erschüttert», erklärte McDonald's. Ein Anwalt des Fifa-Chefs in New York wies die Forderungen zurück: Ein Rücktritt zu diesem Zeitpunkt sei nicht im besten Interesse des Verbandes.

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Blatter hatte Ende September erklärt, trotz eines Strafverfahrens in der Schweiz im Amt bleiben zu wollen. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt den 79-Jährigen der Untreue. Sie wirft Blatter unter anderem vor, im Jahr 2011 eine Zahlung von zwei Millionen Franken an Uefa-Präsident Michel Platini zulasten des Weltfussballverbands geleistet zu haben. Platini bekräftigte nun, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Früheren Aussagen zufolge will Blatter den Chefposten bis zu einer für Februar angesetzten Wahl behalten.

(sda/reuters/dbe/me/chb)