Die starke Stellung des Finanzplatzes Schweiz lässt sich an der gewichtigen Positionierung von einheimischen Banken in internationalen Portfolios ablesen. Fondsmanager stufen die Titel aus diesem globalen Anlageuniversum als Wachstumstreiber für die Weltwirtschaft ein. Das gilt grundsätzlich, obwohl die Turbulenzen an den Finanzmärkten jüngst für eine Kurskorrektur gesorgt haben. Für Guy de Blonay, Manager des New Star Global Financial Fund, sind die günstigen Konjunkturaussichten, das tiefe Zinsniveau und eine niedrige Inflation ein wichtiges Antriebsmoment innerhalb der Finanzdienstleistungsbranche. Der gebürtige Genfer beobachtet die Banken vom Hauptsitz der New Star Asset Management in London aus und hat seinen Radar ganz speziell auf die Schweizer Risikopapiere ausgerichtet: «Im Vergleich zu den USA ist vor allem der Finanzsektor interessant», sagt Guy de Blonay.

Zinsniveau entscheidet

Trotz den derzeit volatilen Kapitalmärkten sieht der Fondsmanager gute Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum im Finanzsektor. Erst wenn das Zinsniveau um 100 bis 200 Basispunkte ansteigt, erwartet er einen Dämpfer im Kreditwachstum. Im Finanzsektor verweist Guy de Blonay auf zusätzliche Opportunitäten, die sich in bestimmten Themenbereichen abzeichnen. So könnten die europäischen Banken am rascheren Wirtschaftswachstum in Osteuropa partizipieren. Den Privatbanken und Asset Managern würden dank höheren Einkommen und einem Anstieg bei den Vermögen vermehrt Gelder zufliessen.

Konzentrationsprozess

Der Konzentrationsprozess hat sich im europäischen Bankengewerbe nochmals intensiviert. Vorab in der Euro-Zone häufen sich die Übernahmen. Auch auf globaler Ebene sind die Merger & Acquisitions-Aktivitäten in Fahrt gekommen. Bei der Anlagestrategie für den New Star Global Financial Fund lässt sich der Fondsmanager vom positiven Marktumfeld leiten. Besonders positiv ist er für Investmentbanken, Asset Manager und die Emerging Markets eingestellt. Demgegenüber meidet er amerikanische Regionalbanken, spanische Geldinstitute mit einer Ausrichtung auf den Heimmarkt, ebenso wie englische Banken. Bei den Schweizer Banken kann Guy de Blonay nur positive Signale ausmachen. Sowohl UBS wie Credit Suisse würden mit einem deutlichen Discount im Vergleich zur internationalen Konkurrenz gehandelt. Auch im Segment der Kantonalbanken hat er günstige Titel ausgemacht, allen voran die Banque Cantonale Vaudoise (BCV), die mit einem neuen Management die Restrukturierung der einst angeschlagenen Bank vorantreibe. Bei den alternativen Investments setzt er auf die Partners Group, den Zuger Börsenneuling mit einem Schwerpunkt im Segment Private Equity.

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Schweizer Stützpunkt für britische Boutique

Boutique
Die Fondsgesellschaft New Star Asset Management Ltd. wurde im Jahr 2000 von John Duffield in London gegründet. Es war für den mehrfach ausgezeichneten Manager der zweite Einstieg ins Fondsgeschäft, nachdem er vor über 20 Jahren bereits die Jupiter Asset Management zur Blüte gebracht hatte, um sie 1995 an die Commerzbank zu verkaufen. Duffield pflegt in seiner Boutique ein «People Business».
Attraktiv Der Schweizer Markt wird von Duffield als attraktiv eingestuft, weil die grossen Banken im Fondssektor seit einigen Jahren nach dem Grundsatz der «open architecture» operieren. Das hat ausländische Fondsanbieter in die Schweiz gelockt. Auch New Star ist mit einer Repräsentanz in Zürich vertreten. Derzeit werden sieben Fonds vertrieben, und im vierten Quartal soll mit dem Global Financial Fund ein weiterer dazukommen, der auf Banken und Versicherungen zugeschnitten ist.