Die Schweizer Finanzbranche bot Ende 2012 so wenig offene Stellen an wie zuletzt vor drei Jahren. Laut dem Finanzportal Finews waren Ende Dezember insgesamt 3'077 Jobs offen. Das entspricht dem Niveau von Ende 2009, als ebenfalls rund 3'000 Jobs ausgeschrieben waren. Allein im letzten Jahr reduzierte sich das Angebot um 7,1 Prozent.

Vom Rückgang waren sämtliche Segmente (Banken, Versicherungen, übrige Finanzfirmen) betroffen. Auffallend: Viele offene Stellen werden zunehmend durch Hochschulabsolventen und Praktikanten ohne besondere Erfahrung besetzt. Ausserdem hält der Trend zum Outsourcing von Backoffice- und Informatik-Funktionen ins Ausland an.

Dies geht aus dem neusten Finews-JobDirectory-Index hervor. Er wird vierteljährlich mit Daten des Internet-Portals JobDirectory.ch veröffentlicht.

Trend zum Outsourcing hält an

Auf den Webseiten von insgesamt 1'400 Schweizer Banken, Versicherungen und anderen Finanzfirmen (Wirtschaftsprüfung, Informatik, Beratung, etc.) sind aktuell 3'077 Stellen online ausgeschrieben. Damit hat die Branche derzeit 7,1 Prozent weniger freie Positionen als noch vor Jahresfrist. Damals waren 3'313 Stellen offen gewesen

Anzeige

Die Banken hatten per Ende Dezember 2012 insgesamt 1'015 Jobs ausgeschrieben; 3,5 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Damals waren 1'052 Arbeitsstellen offen gewesen. Deutlich stärker ist der Rückgang bei den Versicherungen. In der Assekuranz waren Ende Dezember 2012 total 1'059 Stellen offen. Dieser Wert liegt 6,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Damals waren es 1'134 gewesen.

Die Zahl der offenen Stellen bei den übrigen Finanzfirmen sank in den vergangenen zwölf Monaten von 1'127 auf 1'004 (-10,9 Prozent).

Die Banken hatten per Ende Dezember 2012 insgesamt 1'015 Jobs ausgeschrieben; 3,5 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Damals waren 1'052 Arbeitsstellen offen gewesen.

Deutlich stärker ist der Rückgang bei den Versicherungen. In der Assekuranz waren Ende Dezember 2012 total 1'059 Stellen offen. Dieser Wert liegt 6,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Damals waren es 1'134 gewesen.

Die Zahl der offenen Stellen bei den übrigen Finanzfirmen sank in den vergangenen zwölf Monaten von 1'127 auf 1'004 (-10,9 Prozent).

Grossbanken: Interessantes Experiment im Gange

Die Entwicklung bei den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse war unterschiedlich. Während die UBS Ende Dezember 241 offene Stellen (+21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) anbot, waren es bei der Credit Suisse 218 Jobs (-18,6 Prozent).

Dabei scheint ein hoch interessantes Experiment im Gang zu sein: Anstatt neues Personal (teuer) auf dem Arbeitsmarkt einzukaufen, versuchen viele Banken, das erforderliche Know-how intern oder an unerfahrene Berufseinsteiger (Hochschulabsolventen, Praktikanten, Lehrlinge) zu vermitteln.

Vor allem bei der Credit Suisse sind rund 60 Prozent der ausgeschriebenen Stellen für Einsteiger vorgesehen. Bei der UBS liegt dieser Wert bei rund 20 Prozent. Angesichts des insgesamt deutlich rückläufigen Stellenangebots kann durchaus von einem Personalstopp gesprochen werden – ein Zustand, der noch länger andauern dürfte.

Anzeige

(rcv)