Der schwedische Finanzinvestor Cevian Capital will den Druck auf das Management von ABB erhöhen. Grund für das Engagement des Aktionärs ist die mässige Aktienperformance des Konzerns. Dem Vernehmen nach will Cevian die Beteiligung an ABB auf bis zu 20 Prozent ausdehnen.

Das will Cevian Capital vorerst aber nicht ohne den grössten Aktionär von ABB umsetzen, die Beteiligungsgesellschaft Investor AB des schwedischen Industriellen Jacob Wallenberg. Zusammen kommen Cevian und Investor AB auf einen Anteil von rund 15 Prozent. Der Bericht über die möglichen Cevian-Pläne sorgte für Bewegung bei der ABB-Aktie. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns notierten um 2,5 Prozent höher bei 20,15 Franken, nachdem sie vorübergehend um mehr als vier Prozent hochgeschossen waren.

Aufspaltung von ABB nicht ausgeschlossen

Gemäss Recherchen der «Handelszeitung» wäre für Cevian ein neu gegründetes Investmentvehikel vorstellbar, worin Jacob Wallenberg und Cevian-Chef Christer Gardell ihre Anteile an ABB einbringen. Mit geballten Kräften will Cevian den Industriekonzern überprüfen, ob dieser in allen Bereichen der beste Eigentümer einzelner Geschäftsfelder ist und auch in die richtigen Geschäftsfelder investiert. Oder ob Anpassungsbedarf für eine bessere Ertragslage besteht.

Das schliesst auch eine Aufspaltung des Konzerns und den Verkauf von Firmenteilen nicht aus. Zudem erwägt Cevian bis spätestens im nächsten Frühjahr einen Cevian-Mann im Verwaltungsrat von ABB zu installieren, welcher dem Management auf die Finger schaut. 

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