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Finanzinvestor übernimmt Sportrechte-Vermarkter Infront

Hat seine Anteile an Infront verkauft: Andreas Jacobs (Bild: Keystone)

Der in Zug ansässige Sportrechte-Vermarkter Infront geht an den Finanzinvestor Bridgepoint. Möglich machen dies die Unternehmerin Nicole Junkermann und der Kaffee-Erbe Andreas Jacobs.

Veröffentlicht am 02.09.2011

Das Unternehmen hatte seit dem Frühjahr zum Verkauf gestanden. jetzt wechselt der Sportrechte-Vermarkter in den Besitz des Finanzinvestors Bridgepoint. Der Kaffee-Erbe Andreas Jacobs und die Unternehmerin Nicole Junkermann haben ihre Anteile verkauft, wie Infront mitteilte.

Der Kaufpreis liege bei rund 550 Millionen Euro, sagten zwei mit der Transaktion vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Offiziell wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Unternehmen war 2002 von Junkermann und dem 2009 verstorbenen ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus aus dem zerfallenden Imperium des Medienmoguls Leo Kirch herausgekauft worden und setzt pro Jahr mehr als 600 Millionen Euro um.

Infront buhlt mit Rivalen wie IMG und Sportfive um die lukrative Vermarktung grosser Sportereignisse. Bridgepoint soll nun mit frischem Geld das Wachstum vorantreiben.

Günter Netzer und Blatter-Neffe im Managment

Gute Kontakte hat die Zuger Firma unter anderem zum Welt-Fussballverband Fifa. Der Neffe von Fifa-Präsident Sepp Blatter, Philippe Blatter, ist Chef von Infront.

Bekanntester Infront-Manager ist der frühere deutsche Fussball-Nationalspieler und Fernseh-Kommentator Günter Netzer. Eine weitere Domäne ist der Wintersport, bei dem das Unternehmen sechs der sieben Weltsportverbände vertritt, unter anderem den Ski- (FIS) und den Eishockey-Verband (IIHF).

Bridgepoint tummelt sich ebenfalls schon im Sport. Neben dem britischen Formel-1-Produzenten All3Media ist der Investor Rechte-Eigentümer an der Motorradsport-Serie MotoGP. Eine Zusammenlegung mit der konkurrierenden Superbike-WM, die von Infront vermarktet wird, sei aber nicht geplant, betonte der Investor.

Junkermann hielt knapp 40 Prozent an Infront, Jacobs knapp 60 Prozent. Der früheren Bremer Kaffee-Dynastie Jacobs gehören gut 50 Prozent am Schokoladen-Hersteller Barry Callebaut und 18 Prozent am Temporärarbeitskonzern Adecco .

(tno/sda)

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