Für Stephen Schwarzman, den Gründer der Beteiligungsgesellschaft Blackstone Group, hat sich der Börsengang seiner Gesellschaft bezahlt gemacht – er strich dabei 684 Mio Dollar (knapp 500 Mio
Euro) ein. Den Aktionären indes ergeht es weniger gut. Die Aktien von Blackstone weisen unter den US-Börsenneulingen in diesem Jahr die zweitschlechteste Performance auf. Im ersten Handelsmonat an der Börse haben sie 15% eingebüsst.

Verschärfte Kreditvergabe

Die wachsende Zahl der Ausfälle bei Subprime-Hypothekenanleihen hat Banken dazu veranlasst, ihre Kreditvergabe zu verschärfen, was sich wiederum auf die Finanzierungskosten für Leveraged Buyouts – kreditfinanzierte Übernahmen – ausgewirkt hat. Als Folge haben sich Anleiheinvestoren von risikoreicheren Papieren zurückgezogen. Mindestens 35 Unternehmen mussten ihre LBO-Finanzierung restrukturieren oder sogar ganz fallen lassen.
«Die Entwicklung bei den Subprime-Hypothekenanleihen wirft ihren Schatten auf alle Finanzinvestoren», sagt Ben Phillips, geschäftsführender Direktor von Putnam Lovell in New York.
Mitte der Woche rutschten die Blackstone-Aktien in New York
0,8 % auf 25.51 Dollar ab, nachdem sie zwischenzeitlich sogar bis auf 25.25 Dollar gefallen waren. Die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft hatte ihre Aktien am 21. Juni zu je 31 Dollar an die Börse gebracht und damit insgesamt 4,75 Mrd Dollar (3,46 Mrd Euro) eingespielt. Am ersten Handelstag in New York war der Kurs sogar bis auf 38 Dollar geklettert. Das waren noch gute Zeiten. Doch die haben sich geändert.

Gefloppter Börsengang

Vergangene Woche hatte der Hedge-Fonds-Manager Man Group beim Börsengang seiner US-Brokertochter MF Global weniger als erwartet gelöst, zudem hat der Aktienkurs seither 10% eingebüsst. Dem Blackstone-Rivalen Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR), der ebenfalls einen Börsgang plant, ist es unterdessen nicht gelungen, ausreichend Interesse für vorrangige Kredite im Volumen von 10 Mrd Dollar zu wecken. Das war letzte Woche aus informierten Kreisen zu erfahren. KKR hatte damit die kreditfinanzierte Übernahme der britischen Drogeriekette Alliance Boots finanzieren wollen.
Bei nachrangigen Krediten im Volumen von 1,75 Mrd Pfund (2,6 Mrd Euro) fordern Investoren eine höhere Verzinsung, führten die informierten Personen aus. Für die Underwriter bedeutet dies, dass sie die vorrangigen Kredite in ihren Bilanzen behalten werden.
Auch die Übernahme von Chrysler durch Cerberus Capital Management verläuft nicht reibungslos: Pläne, Junkbonds im Volumen von 12 Mrd Dollar auszugeben, wurden zurückgezogen, teilten Investoren mit, die am Mittwoch von der Entscheidung unterrichtet wurden. Stattdessen wird die Bankengruppe unter der Führung von JP Morgan Chase & Co. Kredite über 10 Mrd Dollar übernehmen, auf Cerberus und DaimlerChrysler entfallen die verbleibenden 2 Mrd Dollar.

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Finanzinvestoren in der Krise

Durch die härteren Bedingungen für die Kreditvergabe wurden auch die Börsenbilanzen anderer Finanzinvestoren in Mitleidenschaft gezogen. Die Aktien von Fortress Investment Group haben einen Grossteil ihrer anfänglichen Gewinne wieder abgegeben. Zwar hatten die Titel des Managers von Hedge-Fonds und Private-Equity-Fonds im ersten Handelsmonat 40% zugelegt, inzwischen notieren sie allerdings nur noch 12% über dem Ausgabepreis.