Im Rennen um die Nachfolge von SBB-Präsident Thierry Lalive d'Epinay befindet sich auch Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz. Neben den Branchenkennern, Beratern und dem Arbeitnehmervertreter käme den SBB ein Banker recht. Er habe eine Anfrage erhalten, sagt Vincenz der «Handelszeitung». Würde er auch zur Verfügung stehen? «Ich würde es sicher prüfen», so Vincenz.

Das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) ist derzeit daran, die Nachfolgekandidaten für den Verwaltungsratspräsidenten Lalive d’Epinay, der per Ende Jahr zurücktritt, zu evaluieren, wie Uvek-Sprecher Daniel Bach sagt. Letzte Woche hat der Bundesrat bereits zwei neue SBB-Verwaltungsräte ernannt: Ex-Güterbahn- CEO der DB Bernd Malmström sowie Conrad Löffel, ehemaliger Partner bei Ernst & Young.

Steimer mit Handicap

Vincenz bezeichnet die Verkehrs- und Infrastrukturthematik in der Schweiz als höchst spannend. Zudem sei es wichtig, so Vincenz, dass der SBB-VR letzte Woche mit Fachleuten besetzt worden sei. Er wirft ein, dass mit Olivier Steimer, Präsident der Banque Cantonale Vaudoise, schon ein Banker im SBB-VR vertreten sei. Allerdings steht es um Steimers Glaubwürdigkeit in Finanzthemen nicht zum Besten. Vor wenigen Tagen gab die Waadtländer Kantonalbank für das 1. Quartal einen Millionenverlust bekannt, weil sie sich verspekuliert hat. Fragezeichen hinter Steimers Fähigkeiten sind auch im Zusammenhang mit seiner Rolle im SBB-VR als Leiter der Arbeitsgruppe Corporate Governance sowie als Mitglied der Arbeitsgruppe Finanzen & Audit zu setzen.

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Für den 51-jährigen Bündner Vincenz sprechen seine Erfahrungen in der Regionalpolitik und in verschiedenen Landesteilen – gerade auch im Tessin, wo bei SBB Cargo das Feuer im Dach ist.

Wie die «Handelszeitung» berichtete, befindet sich auch der Logistiker und Hupac-Präsident Hans-Jörg Bertschi im Rennen. Eine Absage erteilten Post-Chef Ulrich Gygi und Benedikt Weibel.