Die Genfer Banken blicken auf ein durchzogenes erstes Halbjahr 2014 mit mehrheitlich rückläufigen Gewinnzahlen zurück. Eine Mehrheit der Banken erwartet gleichwohl eine Verbesserung bis zum Jahresende, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Stiftung Finanzplatz Genf zeigt. Sorgen bereitet der Stiftung die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit von Genf.

Von den grösseren Banken mit mehr als 200 Angestellten musste im ersten Semester ein gutes Drittel (38 Prozent) einen Umsatzrückgang im Vergleich zur Vorjahresperiode hinnehmen. Die verbleibenden grösseren Banken erlebten je zur Hälfte ein stagnierendes Betriebsergebnis (minus 2 bis plus 2 Prozent) respektive einen Anstieg.

Die mittleren Banken (50 bis 199 Angestellte) zeigten etwas bessere Resultate: Je 43 Prozent verzeichneten laut den Angaben eine Stagnation der Umsatzzahlen respektive eine Zunahme. Bei den kleinen Banken (unter 50 Mitarbeitende) profitierten 40 Prozent von einem Umsatzanstieg, 40 Prozent erlitten einen Rückgang während bei rund 20 Prozent eine Stagnation resultierte.

Anzeige

Mehrheit mit Gewinnrückgang

Bezüglich Gewinnzahlen mussten bei den grossen Banken deren 57 Prozent einen Rückgang des Reingewinns um 8 Prozent oder mehr vermelden. Die kleinen Finanzinstitute (56 Prozent mit Gewinnrückgang) und die mittleren Finanzinstitute (42 Prozent mit Gewinnrückgang) schnitten nicht viel besser ab.

Für das Gesamtjahr 2014 zeigen sich die Genfer Bankhäuser dennoch zuversichtlich. So sind die Ausblicke der grossen Banken hinsichtlich Ertragswachstum zwar geteilt, eine Mehrheit erwartet aber einen Gewinnanstieg von mindestens 3 Prozent. Bei den mittleren und kleinen Instituten erwartet eine Mehrheit einen Anstieg sowohl beim Umsatz wie beim Gewinn.

Im Ranking zurückgefallen

Beunruhigt zeigt sich die Stiftung bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit des Genfer Finanzplatzes. So ist dieser zuletzt bei der halbjährlichen Aufdatierung des «Global financial centres index» aus der weltweiten Top 10 herausgefallen und findet sich noch auf Platz 13 nach Platz 9.

Zwar seien fast alle europäischen Finanzplätze im Rating zurückgefallen, betonte Präsident Nicolas Cuendet - Zürich sei etwa auf Platz 7 nach bisher Platz 5. Genf verliere aber an Boden wegen einer «Reglementierung und staatlichem Vorgehen, das wenig positiv für die Finanzen ist», gab sich Cuendet überzeugt.

Er verwies dabei namentlich auf das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und das Finanzinstitutsgesetz (FINIG), die sich derzeit in der Vernehmlassung befinden, auf die Abstimmung zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung aber auch auf die europäischen Regulierungen wie etwa «MiFID 2».

(awp/moh/gku)