In die jüngste Steueraffäre bei der Credit Suisse hat sich auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma eingeschaltet. «Wir sind im Kontakt mit der Bank und werden in Kontakt bleiben», sagte Finma-Direktor Mark Branson am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz in Bern. Das Institut habe die Behörde rechtzeitig über den Vorfall informiert. Grundsätzlich seien die Razzien jedoch eine Aktion der Strafbehörden, in die die Aufseher nicht eingebunden seien. Schwerwiegende Folgen für den Ruf des Schweizer Finanzplatzes erwartet Branson nicht. «Diese Schlagzeilen sind sicher nicht willkommen, aber auch nichts grundsätzlich Neues.»

In Zusammenhang mit einer breit angelegten Jagd auf Steuersünder hatten die lokalen Behörden vergangene Woche Büros der Credit Suisse in London, Paris und Amsterdam durchsucht.

Kosten der Finma gesunken

In ihrer Jahresbilanz ging die Finma darauf ein,  dass sie 2016 deutlich mehr Fälle im Bereich der Bekämpfung der Geldwäscherei bearbeitet als im Jahr zuvor: 22 Fälle waren es 2016 im Vergleich zu neun im Jahr zuvor.

Die Jahresrechnung zeigt darüber hinaus, dass die Kosten der Finma gesunken sind. Der Aufwand fiel im Vergleich zum Vorjahr um 3 Millionen Franken auf 121 Millionen Franken. Damit seien die Kosten das zweite Jahr in Folge gesunken, hiesst es in der Mitteilung. Gedeckt werden diese Kosten und die gesetzlich vorgeschriebene Reservebildung von 12 Millionen Franken über Gebührenerträge und Aufsichtsabgaben.

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Investitionen in Abwehr von Cyberangriffen

Vor diesem Hintergrund lässt sich Verwaltungsratspräsident Thomas Bauer zitieren, dass die Finma in der Aufsicht «bewusst differenziert mit den Beaufsichtigten» umgehe und entsprechend «effizient und schlank» sei. Er wehrt sich damit gegen den pauschalen Ruf nach Deregulierung: «Nicht einfach weniger ist mehr, sondern gezielt ist mehr», so Bauer.

Eingesparte Kapazitäten will er für neu aufkommende Themen einsetzten, gegen die Risiken von Cyberangriffen oder gegen Risiken in Zusammenhang mit der Auslagerung von Geschäftstätigkeiten bei den Beaufsichtigten.

Finma-Chef Mark Branson im Interview:

 

(reuters/sda/me)