Die UBS muss wegen des Vorwurfs der Manipulation im Devisenhandel nicht nur Bussen an die Finma, sondern auch an britische und US-Behörden zahlen. An die zuständigen Finanzaufsichten überweist die UBS insgesamt Strafzahlungen von rund 774 Millionen Franken. Zudem wird durch die Finma gegen elf involvierte Personen bei der UBS ein Enforcementverfahren eröffnet.

Im Detail muss die UBS der Finma eine Zahlung von 134 Millionen Franken leisten, als Abführung von vermiedenen Kosten und von Gewinnen. Zusätzlich habe sie im Rahmen von Vergleichen, an denen eine Anzahl weiterer Banken beteiligt ist, Strafzahlungen von 290 Millionen US-Dollar (ca. 281 Millionen Franken) an die US-Aufsicht CFTC zugestimmt. Die britische Finanzmarktaufsicht FCA fordert 233,8 Millionen britische Pfund (ca. 359 Millionen Franken) von der Schweizer Bank.

UBS-Chef Ermotti ist erleichtert

Im Verfahren gegen die UBS stellte die Finma «schwerwiegendes Fehlverhalten» von elf aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden im Devisenhandel und im Handel mit Edelmetallen fest. Diese hätten versucht, die Devisenreferenzwerte zu manipulieren, um daraus für die Bank oder für Dritte einen Profit zu generieren.

UBS-CEO Sergio Ermotti zeigt sich erleichtert: «Die heutigen Einigungen sind ein wichtiger Schritt ... in unserem Transformationsprozess und auf dem Weg zur Beilegung dieser branchenweiten Angelegenheit. Wir kooperieren weiterhin mit den laufenden Untersuchungen in diesem Zusammenhang.»

Trennung von Kunden- und Eigenhandel

Die Zahlung von 134 Millionen Franken begründet die Finma mit der Einziehung unrechtmässig erzielter Gewinne inklusive vermiedener Kosten. Des weiteren muss die UBS Massnahmen betreffend der variablen Vergütung im Devisenhandel ergreifen und sie muss künftig mindestens 95 Prozent des globalen Devisenhandels automatisieren. Angeordnet ist zudem eine organisatorische und personelle Trennung von Kunden- und Eigenhandel.

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Erste Massnahmen habe die UBS bereits im April 2014 ergriffen, heisst es. Die Finma werde zur Überwachung der vollständigen Umsetzung der Massnahmen einen Prüfbeauftragten einsetzen.

Bei der branchenweiten Einigung sind neben der UBS auch die Citigroup, HSBC, JPMorgan und die Royal Bank of Scotland (RBS) dabei. Zusammen haben die fünf Banken Strafen in Höhe von insgesamt knapp 3,4 Milliarden US-Dollar aufgebrummt erhalten.

(awp/ise/me)