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Urteil
Finma-Entscheid: Sika-VR blitzt mit Anzeige ab

Eine Sika-Fabrik: Seit Monaten wird um die Kontrolle der Firma gerungen.   Keystone

Die Finanzmarktaufsicht hat einen neuen Entscheid im Streit um den Baustoffkonzern Sika gefällt. Der Sika-Verwaltungsrat ist bei ihr mit einer Anzeige gegen die Gegenseite um Saint-Gobain abgeblitzt.

Veröffentlicht am 17.07.2015

Im Streit um den Verkauf der Kontrollmehrheit beim Baustoffkonzern Sika ist ein weiterer Entscheid gefallen. Die Geschwister Burkard, die Schenker-Winkler Holding (SWH) und Saint-Gobain bilden gemäss den Abklärungen der Finanzmarktaufsicht Finma seit dem 7. April 2015 keine Gruppe mehr, wie die SWH am Freitag mitteilt. Dabei handelt es sich um einen rein technischen Entscheid der Finma im Fall Sika.

Die erwähnten drei Parteien hatten der Finma am 7. April gemeldet, dass die von ihnen im Dezember 2014 gemeldete offenlegungsrechtliche Gruppe aufgelöst worden sei. Darauf folgte Ende April eine Anzeige der Sika bei der Finma wegen Verletzung der börsenrechtlichen Meldepflichten durch die Burkards, SWH und Saint-Gobain.

Abklärung abgeschlossen

Die Finma habe nun die Abklärungen dazu abgeschlossen und bestätigt, dass die Auflösung der Gruppe in Übereinstimmung mit den offenlegungsrechtlichen Regeln erfolgt und korrekt gemeldet worden sei, so die SWH. Damit bestehe keine Gruppe mehr.

Nach Ansicht der SWH ist damit auch erwiesen, dass der Gruppentheorie des Sika-Verwaltungsrates «jegliche Grundlage fehlt». Aufgrund der Annahme durch Sika, dass die SWH und Saint-Gobain eine Gruppe bilden, wurden die Stimmrechte der SWH an der Sika-Generalversammlung am 14. April beschränkt.

Sika sieht Entscheid anders

Auf der Seite Sika winkt man ab. Es sei bei der Abklärung lediglich darum gegangen, ob die Meldung zur Gruppenauflösung technisch korrekt vorgenommen worden ist. Es habe sich nicht um ein formelles Verfahren gehanelt, dass einen Entscheid oder eine Verfügung nach sich ziehe.

«Ob materiell eine Gruppe existiert, war nicht Gegenstand der Abklärungen der Finma», so ein Sika-Sprecher gegenüber AWP. Auch der Rechtsprofessor Peter Nobel halte an seinem Rechtsgutachten fest.

Stimmrechte werden erneut beschnitten

Damit ist mit höchster Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Sika-Verwaltungsrat die Stimmrechte der Familie Burkard auch an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 24. Juli beschneiden wird. An dieser wollen die Erben des Firmengründers die Punkte durchbringen, welche sie an der ordentlichen GV im April nicht durchgebracht hatten.

Dies sind die Abwahl der unabhängigen Verwaltungsräte Paul Hälg, Daniel Sauter und Monika Ribar, die Wahl von Max Roesle in den Verwaltungsrat und dessen Ernennung zum Präsidenten des Gremiums.

(awp/mbü/ise)

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