Anne Héritier Lachat, Präsidentin der Finanzmarktaufsicht (Finma), rechtfertigt in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» die ungewöhnlich scharfe Intervention bei der UBS nach dem Skandal um den Händler Kweku Adoboli: «Bei unseren Auflagen geht darum zu vermeiden, dass die UBS-Investmentbank in der jetzigen Phase, in der wir gravierende Mängel im Kontrollumfeld festgestellt haben, noch grösser und komplexer wird», so Héritier Lachat.

Die Finma hatte der UBS-Investmentbank als Folge des Skandals unter anderem die Übernahme von anderen Unternehmen oder Unternehmensteilen verboten. Zudem muss das Geldhaus bis auf weiteres jede neue Geschäftsinitiative der Investmentbank, welche «voraussichtlich die operationelle Komplexität erhöht», von der Behörde genehmigen lassen.

Wann die Massnahmen wieder aufgehoben werden, kann die Finma-Präsidentin nicht sagen: «Das weiss ich nicht. Der Ball liegt bei der UBS.» Sobald die UBS der Finma beweisen könne, dass sie die Probleme gelöst habe, brauche es diese Massnahmen nicht mehr. Dann herrsche wieder der normale Aufsichtsmodus.

Die Bank habe schon vieles verbessert. «Aber sie muss den eingeleiteten Wandel beenden und im Alltag unter Beweis stellen. Das ist keine Sache, die von heute auf morgen erledigt ist.» 

Immobilienmarkt bereitet Sorgen

Die Finma-Präsidentin äussert sich zudem besorgt über den boomenden Immobilienmarkt. Die Risiken seien ein Problem. «Wir können heute in der Nachfrage noch immer keinen Rückgang feststellen. 

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An einigen Orten steigen die Preise ununterbrochen weiter, wie zum Beispiel in Genf, wo ich wohne», sagte Héritier Lachat. Ob der Schweizer Immobilienmarkt eine tickende Zeitbombe sei, sei schwierig zu sagen.

Derweil ist die verspätete Einführung von schärferen Kapitalregeln für Banken («Basel III») in der EU und den USA nach Ansicht von Héritier Lachat zwar ärgerlich, aber kein Nachteil für Schweizer Banken. «Banken, die stark kapitalisiert sind, haben einen Vorteil im Markt», sagt die Finma-Präsidentin. Die Risikoaufschläge dieser Geldhäuser bei der Geldbeschaffung seien tiefer und die Aktien besser bewertet, 

(tno/sda)