1. Home
  2. Unternehmen
  3. Finma rügt Credit Suisse wegen Geldwäsche-Kontrollen

Prüfverfahren
Finma rügt Credit Suisse wegen Geldwäsche-Kontrollen

Credit Suisse
Credit-Suisse-Logo: Von der Finma gerügt. Quelle: Keystone

Mangelende Prüfung: Die Finma beanstandet das Verhalten der Credit Suisse unter anderem in Fällen der FIFA und Petrobras.

Veröffentlicht am 17.09.2018

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse hat sich eine Rüge der Eidgenössischen Finanzverwaltung (Finma) wegen ihres Umgangs mit der Geldwäschereibekämpfung eingefangen. Die Finma stellte in zwei sogenannten Enforcementverfahren Mängel bei der Einhaltung der Sorgfaltspflichten im Bereich der Geldwäschereibekämpfung fest.

Die Finma verfügt Massnahmen zur weiteren Verbesserung des Handlungsplans im Bereich Geldwäscherei und zur beschleunigten Umsetzung der von der Bank ergriffenen Schritte, wie die Behörde am Montag mitteilte. Zudem wurde ein unabhängiger Beauftragter eingesetzt, der die Umsetzung und die Wirkung dieser Massnahmen überprüfen wird.

FIFA, Petrobras, PDVSA

Das Fehlverhalten steht im Kontext von mutmasslichen Korruptionsfällen rund um den internationalen Fussballverband FIFA, den brasilianischen Ölkonzern Petrobras sowie den venezolanischen Ölkonzern PDVSA, teilte die Behörde am Montag mit. Die Credit Suisse teilte mit, dass die untersuchten Fälle aus den Jahren 2006 bis 2014 stammten.

Dabei ging es unter anderem um die Identifizierung der Vertragspartei, die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten, die Kategorisierung als Geschäftsbeziehung mit erhöhtem Risiko sowie notwendige Abklärungen bei erhöhtem Risiko und deren Plausibilisierung.

Das zweite Verfahren betreffe eine für die Bank bedeutende Geschäftsbeziehung mit einer politisch exponierten Person (PEP), schreibt die Finma weiter. Hier habe man insbesondere Mängel im Kontrollsystem und im Risikomanagement festgestellt.

Credit Suisse betont Zusammenarbeit mit der Finma

Im Zusammenhang mit den mutmasslichen Korruptionsfällen nahm die Finma seit 2015 bei mehreren Banken Abklärungen vor, ob Kunden von Schweizer Banken in diese Fälle involviert waren und ob die Banken dabei die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen einhielten.

Die Credit Suisse nimmt die Mitteilung der Finma am Montag zur Kenntnis und anerkennt ihre Schlussfolgerungen. Man habe diese Verhaltensweisen von unabhängiger Seite überprüfen lassen, die identifizierten Mängel von sich aus gemeldet, uneingeschränkt mit der Finma kooperiert und proaktiv Abhilfemassnahmen ergriffen.

(awp/reuters/me)

 

Anzeige