Die Eigenmittelanforderungen der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erhöhen sich durch die Einstufung als «systemrelevante» Bank nach Angaben des Staatsinstituts «nur moderat». Denn die Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma) habe die Vorschriften bereits im Jahr 2011 massiv erhöht. Dies geht aus den Unterlagen zu der Medienkonferenz hervor, welche die ZKB nach der Einstufung als «too big to fail»-Bank durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) kurzfristig einberufen hat.

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Bankrats-Vizepräsident János Blum hofft demnach, dass die bereits im Januar beantragte Erhöhung des Dotationskapitals, also des Anteils des Staates am Eigenkapital der Bank, um 2 Milliarden Franken im Zürcher Kantonsrat auf Zustimmung stosse.

Weg der UBS für ZKB nicht möglich

Der neu verlangte Notfallplan werde nun in enger Abstimmung mit der Finma erarbeitet, erklärte Blum laut Redetext. «Man braucht kein Prophet zu sein um zu erahnen, dass dies für die Zürcher Kantonalbank zu einer Knacknuss werden wird.» Die ZKB kann nämlich nicht wie die UBS eine Schweizer Tochter als potentielle Auffanggesellschaft bilden, weil 98 Prozent ihres Kredit- und Einlagengeschäfts mit Privaten und Firmen inländisch sind. Die UBS hatte einen solchen Schritt im letzten Quartalsbericht angedeutet.

Die Staatsgarantie sei von der Heraufstufung der ZKB zu einer «systemrelevanten» Bank nicht betroffen, ergänzte Finanzchef Rudolf Sigg. Die ZKB gehört zu 100 Prozent dem Kanton Zürich und geniesst eine volle Staatsgarantie.

Kein Zusammenhang mit dem Steuerstreit

Auch mit der US-Untersuchung gegen die Bank hat die Änderung des Status laut der Konzernleitung der ZKB nichts zu tun. Im Steuerstreit erwartet die Bank wie schon früher bekannt gegeben eine Strafzahlung. «Wir gehen davon aus, dass wir eine allfällige Busse aus dem operativen Ergebnis bezahlen können», sagte Finanzchef Rudolf Sigg.

Die ZKB steht im Verdacht, nach der Bestrafung der UBS für die Betreuung von Steuersündern im Sommer 2009 noch amerikanische Kunden von der UBS mit unversteuerten Vermögen aufgenommen zu haben. Die Staatsbank verhandelt derzeit mit dem Justizdepartement in Washington, um eine Lösung für den Streit zu finden.

(sda/jev/moh)