Viele Zusatzversicherte zahlen derzeit zu hohe Prämien. Jetzt interveniert die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) bei den Krankenkassen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Sie hat alle Versicherer Anfang März in einem Brief aufgefordert, ihre Tarife in der Zusatzversicherung zu überprüfen.

Die Finma erwartet, dass die Kassen ihre Kostenvorteile in tiefere Prämien ummünzen. Und sie kündigt an, dass sie die Versicherer im Sommer bei der Tarifgenehmigung diesbezüglich besonders intensiv kontrollieren wird. Damit hat die Finma eine Position bezogen, die viele Akteure im Gesundheitswesen schon lange vertreten.

Die Kantone schätzen, dass den Versicherten bis zu 1,5 Milliarden Franken zustehen. Konsumentenschützer fordern, dass die Prämien substanziell gesenkt werden, und zwar auch rückwirkend für 2012 und 2013. Teilweise haben die Kassen bereits von sich aus Prämiensenkungen angekündigt, allerdings noch in unbestimmter Höhe.

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Hintergrund der Intervention ist die Spitalfinanzierung, die 2012 in Kraft getreten ist. Sie hat die Zusatzversicherungen massiv entlastet. Die Prämienzahler haben davon bisher indes kaum profitiert.

(jev)