In Finnland wird in die Spielindustrie mehr investiert als in anderen Ländern Europas. Gesamthaft fliessen pro Einwohner Finnlands derzeit rund 1.10 Euro an öffentlichen Mitteln in die gesamte Spielindustrie, während es im gesamten EU-Raum nur bescheidene 4 Cent pro Einwohner sind.

Als bedeutendster Financier der Spielbranche ist das Zentrum für Technologische Entwicklung (Tekes) zu nennen, das die Branche im Jahr 2007 bereits mit 6 Mio Euro unterstützt hat. Auf EU-Ebene belaufen sich die Investitionen der öffentlichen Hand auf 21 Mio Euro.

Grosses Potenzial

Dass Finnland so viel Geld in die Spielindustrie investiert, hat seinen guten Grund, rechnet man doch für die nächsten Jahre mit einem Wachstum der Branche von fast 50% gegenüber 15 bis 20% im internationalen Durchschnitt. Im Weltmassstab gesehen erbringt die Branche im Jahr einen Produktionswert von rund 25 Mrd Dollar.Tekes finanziert finnische Spielunternehmen über das Verso-Technologieprogramm (Verso = Vertical Software Solutions). In das auf Förderung der Geschäftskompetenz und Internationalisierung von Softwarefirmen abzielende Verso-Programm sind bereits 21 Spielunternehmen miteinbezogen.

Finanzhilfe zur Entwicklung

Dieses neueste Finanzierungsinstrument von Tekes bietet den Unternehmern der Branche die Möglichkeit, die Herstellung von Spieledemos mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Die Demo gilt als Existenzbedingung der Unternehmen an den Märkten und bei der Kontaktaufnahme zu renommierten Spielepublishern.

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In Finnland, so Verso-Programmchef Keith Bonnici, fänden sich Inhaltskompetenz von Weltspitzenklasse und international renommierte Unternehmen: «Als Erfolgsfaktoren der finnischen Spielindustrie sind neben technischer und inhaltlicher Kompetenz auch originelle Ideen zu nennen.»

Als Musterbeispiel führt Bonnici das Anfang dieses Jahrhunderts seine Welteroberung angetretene «Habbo Hotel» an. «Das Preis-Qualitäts-Verhältnis der Game-Produktion ist in Finnland von Anfang an gut gewesen, und die grossen ausländischen Geschäftspartner wissen auch zu schätzen, dass die finnischen Produzenten die vereinbarten Terminpläne einhalten.»