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Fintech-Verband kritisiert SIX und fordert Regulierung

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Die SIX Group baut im Auftrag der Banken eine Plattform für den Austausch von Bankdaten. Im Mai 2019 soll ein Pilot starten. Quelle: ZVG

Die Schweizer Banken bauen ihre eigene Plattform für den Austausch von Bankdaten. Fintech-Unternehmer Patrick Schär geht das zu wenig weit.

Von Michael Heim
am 28.11.2018

Der neu gegründete Verband Swiss Wealthtech Leaders fordert staatliche Regeln für den Zugang zu Bankkonto-Daten für Fintech-Anbieter. «Wir sind für eine Regulierung in dem Bereich», sagt Patrik Schär, Verbandsmitglied und Chef von Selma Finance, zur «Handelszeitung». Es müsse mehr Wettbewerb herrschen. «Und der richtige Weg wäre eine Regulierung, die das vorschreibt.» In der EU gelten seit Anfang Jahr neue Regeln für die Öffnung solcher Bankenschnittstellen.

Die Börsenbetreiberin SIX Group entwickelt eine Plattform für solchen Datenaustausch. Über die SIX Corporate API sollen ab Mai Schweizer Bankkonten mit externen Softwareanbietern verbunden werden können. Das Pilotprojekt werde im Bereich der KMU-Buchhaltungssoftware liegen, sagt SIX-Sprecher Jürg Schneider.

Die SIX-Plattform sieht allerdings vor, dass Banken einem Dienstanbieter den Zugang zu ihren Systemen verweigern können. Auch sollen Zahlungen nicht über Drittanwendungen ausgelöst werden können. Damit geht die SIX deutlich weniger weit als das Konzept der EU. Im SIX-Modell bestehe die Gefahr einer «Monopolisierung», sagt Schär.

Der regulatorische Druck könnte zunehmen

Für den Fintech-Experten der Hochschule Luzern, Andreas Dietrich, «scheint die SIX-Architektur sinnvoll zu sein». Dass die Banken Schnittstellen öffnen, sei richtig. Allerdings warnt auch er vor zu passivem Verhalten: «Die Banken müssen erkennen, dass es in Sachen Open Banking eine von der EU getriebene Welle gibt, der sie sich nicht entgegenstellen können.»

Die Banken müssten sich öffnen und Konkurrenz an der Kundenschnittstelle zulassen. «Ansonsten wächst auch in der Schweiz der regulatorische Druck, einzugreifen.»

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