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Skandal
Fipronil-Eier: Liste mit 170 Codes veröffentlicht

Eier im Labor: Der Fipronil-Skandal zieht weite Kreise. Keystone

In Holland wurde eine Liste von 170 Codes für mit dem Insektizid belastete Eier veröffentlicht. Gleichzeitig gibt es Kritik an den belgischen Behörden, die offenbar schon lange vom Problem wussten.

Veröffentlicht am 07.08.2017

Die niederländischen Lebensmittelüberwacher haben am Sonntag eine Liste von 170 Codes für mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier veröffentlicht. Dies bedeute nicht, dass 170 Herstellerbetriebe geschlossen seien, sagte ein Sprecher der Kontrollbehörde NVWA in Utrecht. Oft hätten Produzenten mehrere Ställe mit unterschiedlichen Identifizierungscodes. Zudem würden ständig einzelne Ställe wieder freigegeben.

Am Samstag waren im Gegenzug 14 neue Codes hinzugekommen. Dabei handelte es sich um Codes von Betrieben, die keine registrierten Kunden der Reinigungsfirma waren, die das Fipronil-Mittel verbotenerweise verwendet hatte. Die Betriebe, die dennoch Geschäftsbeziehungen mit der Firma unterhielten, hatten sich freiwillig bei der Behörde zur Kontrolle gemeldet, wie es hiess.

Kaum mehr neue Fälle erwartet

«Unsere Liste ist sehr dynamisch und verändert sich ständig», sagte der Sprecher. «Die Zahlen der Betriebe alleine sagen nicht sehr viel aus, sondern tragen eher zu Verwirrung bei.»

Deswegen würden jetzt nur noch die Codes der Eier veröffentlicht, in denen Fipronil festgestellt worden sei. Die Konsumenten könnten damit erkennen, ob ein bestimmtes Ei betroffen sei. «Wir erwarten nicht, dass wir in den nächsten Tagen noch viele neue Fälle finden.» In Belgien stehen 57 Geflügelbetriebe unter Fipronil-Verdacht. Das teilte Agrarminister Denis Ducarme am Sonntag mit. Bislang hatten die belgischen Behörden keine Zahlen genannt.

Belgischer Agrarminister: «Äusserste Transparenz»

Ducarme verlangte von der belgischen Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK einen Bericht über ihr Agieren, nachdem sie Anfang Juni über den ersten Verdachtsfall informiert worden war. Er wolle sich für «äusserste Transparenz» einsetzen, versprach der Minister. In Belgien war Empörung lautgeworden, nachdem die FASNK am Wochenende bekanntgab, dass sie schon seit Anfang Juni von einem ersten Fipronil-Verdachtsfall wusste.

(sda/gku)

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