Eine Firma der in Schwierigkeiten geratenen Bankiersfamilie Espirito Santo sucht Insidern zufolge Schutz vor Gläubigern. Ein entsprechender Antrag sei in Vorbereitung und sollte bei einem Gericht in Luxemburg, dem Sitz der Holding Rioforte, eingereicht werden, sagten mit den Planungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Der genaue Zeitpunkt stünde aber noch nicht fest. Mit dem Gläubigerschutz solle ein Konkurs vermieden werden, hiess es weiter. Rioforte wollte sich zu den Informationen nicht äussern.

Die Holding Rioforte sollte noch am Dienstag knapp eine Milliarde Euro Schulden an Portugal Telecom zurückzahlen. Bei dem Telekom-Anbieter ist die Familie Espirito Santo Grossaktionär. Portugal Telecom hatte Anleihen von Rioforte im Volumen von knapp 900 Millionen Euro gekauft. Rioforte selbst hält Beteiligungen in einer Reihe von Branchen - sowohl in Portugal als auch weltweit.

Aktienkurs verliert am Dienstag zeitweise 20 Prozent

Zu dem Portfolio gehören auch 49 Prozent an der Espirito Santo Financial Group (ESFG), die wiederum grösster Anteilseigner der Banco Espirito Santo ist. Die grösste börsennotierte Bank Portugals geriet in Turbulenzen, nachdem Zahlungsprobleme der Gründerfamilie Espirito Santo bekannt wurden. Dies hatte in der vergangenen Woche die Aktienmärkte weltweit belastet. Die Papiere der Bank BES hatten im vergangenen Monat mehr als die Hälfte ihres Werts verloren.

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Am Dienstag sank der Aktienkurs der bedeutendsten Privatbank in Portugal zeitweise um 20 Prozent auf einen historischen Tiefstand. Auch andere Papiere an der Börse in Lissabon verzeichneten Kursverluste. Die Staatsanleihen des Krisenlandes gerieten auf dem Kapitalmarkt unter Druck. Die Entwicklung wurde auf finanzielle Probleme in der Holding der BES-Gründerfamilie Grupo Espirito Santo (GES) zurückgeführt.

Bankiersfamilie verliert Zugriff auf das Institut

Auf Druck der portugiesischen Zentralbank zog das Geldhaus am Montag den geplanten Wechsel an der Spitze der Bank vor. Damit soll die Bank von den Zahlungsproblemen der Gründerfamilie abgeschirmt werden. Die Familie verliert nun den direkten Zugriff auf die Bank.

(reuters/moh)