Die Wirtschaftskrise prägt das Geschäftsreiseverhalten der Unternehmen weiterhin. Dies belegt die «Airplus International Travel Management Study 2009». Die Lufthansa-Tochter Airplus, ein führender Anbieter von Lösungen für das Bezahlen und Auswerten von Business-Travel-Leistungen, hat vom Marktforschungsinstitut 2HM insgesamt 1500 Firmen weltweit befragen lassen, darunter 100 Schweizer Betriebe - vom KMU bis zum Konzern.

Aber auch die anhaltende Rezession vermag das globale Business-Travel-Bedürfnis nicht zum Erliegen zu bringen: Etwas mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen gibt an, dass die Krise kaum Auswirkungen auf ihre Geschäftsreiseaktivitäten hat; während der Anteil weltweit bei 51% liegt, sind es national 57% (siehe Kasten); eine kleine Minderheit berichtet sogar von positiven Tendenzen. Im Schnitt sehen aber zwei Fünftel der 1500 Geschäftsreiseverantwort- lichen negative Konsequenzen.

Firmen erhöhen Reiserichtlinien

Trotzdem: Erstmals in der Geschichte der Erhebung, die seit 2005 jährlich durchgeführt wird, sind es mehr Business-Travel-Zuständige, die in ihren Firmen eine Abnahme der Häufigkeit und der Ausgaben erwarten, als solche, die von einer Zunahme ausgehen. Die globale Entwicklung widerspiegelt sich in der Schweiz: Hier rechnen vier Fünftel mit Stagnation beziehungsweise Rückgang. An ein Wachstum der Geschäftsreiseaktivitäten glauben 2009 nur noch 14% (2008: 61%). Der allgemeine Trend zum Kostensparen lässt die Nachfrage für praktisch alle Business-Travel-Leistungen sinken, vor allem in den Segmenten Flüge und Hotels sowie Seminare/Kongresse. Das Segment Mietwagen bleibt tendenziell stabil. Einzig das Segment Bahn dürfte in naher Zukunft eine höhere Nachfrage erfahren. Zwei Fünftel der Schweizer Befragten erwarten, dass sie in ihren Betrieben die Gesamtausgaben nochmals drücken müssen.

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Doch die Konjunkturflaute bietet für die Unternehmen auch eine Chance: Fast alle sind bei der Organisation ihres Business-Travel-Managements professioneller geworden. Sie erkennen, wie wichtig eine sorgfältige Planung und Analyse ist, um den bedeutenden Kostenblock nachhaltig zu optimieren. So haben 2009 im Schnitt 70% der befragten Firmen inzwischen Reiserichtlinien für sämtliche Angestellten erlassen (2008: 57%); hierzulande sind es sogar 75%.

Boden der Krise scheint erreicht

Klaus Stapel, Geschäftsführer von Airplus in der Schweiz, sagt: «Was die neue Studie zeigt, deckt sich mit unseren Erfahrungen, die wir im täglichen Gespräch mit unseren Kunden machen.» Erfreulich: «Dabei sehe ich, dass wir den Boden der Krise langsam, aber sicher erreicht haben. Das Geschäft verläuft nicht mehr sinkend, sondern tendenziell flach.» Wichtig sei, dass man die guten Errungenschaften wie die angepassten Reiserichtlinien oder die intensivierte Kostenkontrolle nicht vernachlässige, sobald die schlechten Zeiten überstanden seien. Stapel ergänzt: «Die heute getroffenen Massnahmen zur Effizienzsteigerung werden vielen Betrieben in den nächsten Jahren zugute kommen.»