Swisscom wie Orange sind überrascht über die grosse Nachfrage. Bis Ende Jahr dürften über 20000 iPhones für die Geschäftskommunikation in Betrieb sein. Zum Teil auch als Ersatz für bislang eingesetzte Smartphones. Andreas Wetter, Orange-Schweiz-Chef, spricht im Interview mit der «Handelszeitung» von «einer zusätzlichen Dynamik, die die Einführung des iPhones bringt».

«Das Interesse von Firmen an Apples Mobiltelefon iPhone 3G ist riesig», sagt auch Swisscom-Sprecher Olaf Schulze. «Ob kleine Unternehmen oder Konzerne, wir erhalten sehr viele Anfragen», heisst es bei beiden Telekomanbietern. Jedes vierte oder fünfte Gerät werde an eine Firma gehen, schätzt Orange Schweiz. Bereits wurden zehntausende iPhones vorbestellt – von Privatpersonen und Unternehmen.

Trotz iPhone-Boom erwartet Andreas Wetter hierzulande vorerst nur kleine Marktanteilverschiebungen. «Ein bedeutender Teil des Schweizer Marktes ist abgeblockt», kritisiert er. Dies lasse Herausforderern wie Orange oder Sunrise keinen Spielraum. Die Konsequenz: «Wenn der Bund die Mehrheit an Swisscom behält und die Alternativanbieter zur Preisdrückerei missbraucht werden, dann fehlt es verschiedenen Teilnehmern an Mitteln, die neusten technologischen Entwicklungen mitzumachen.» Am Schluss stehe eine Konsolidierung oder die Zusammenlegung der Infrastrukturen. Wetter rechnet damit, dass «längerfristig nur zwei Telekom-Vollanbieter überleben werden». Die Swisscom und ein Alternativanbieter. «Der sogenannt freie Markt wird zur Farce.»

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Der Orange-Chef sieht zudem die Konstellation Swisscom und Cablecom als Duopol. «Beide versuchen, sich nicht weh zu tun, um den Markt aufzuteilen. Die Zeche zahlen die Kunden.»