Mögliche Einsparungen bei Geschäftsreisen sind ein aktuelles Thema. Zu diesem Schluss kommt die Business-Travel-Dienstleisterin Hogg Robinson Group (HRG), welche die Reisegewohnheiten ihrer Firmenkunden weltweit und auch in der Schweiz analysiert hat.

Beat Bürer, Managing Director Central Europe von HRG in Zürich, erklärt gegenüber der «Handelszeitung»: «Wir beobachten bei den Schweizer Unternehmen eine zunehmend stärkere Gewichtung des eigentlichen Reisegrundes. Auch wird vermehrt überprüft, ob eine Geschäftsreise überhaupt notwendig ist. Hier spielt das Thema Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle.» Ebenso gewinne die Auswertung der Reisedaten an Be-deutung, um das Budget zu optimieren. Zugleich zeichne sich ein Trend in Richtung alternative Lösungen ab, etwa Webinars, Video- oder Telefonkonferenzen.

All dies habe nicht nur für HRG Switzerland Gültigkeit, sondern für die gesamte Geschäftsreisesparte. «Wir sind in über 100 Ländern vertreten und verfügen über eine ausgedehnte Branchenkenntnis», sagt Bürer. Die jüngsten Trends dürften darauf zurückzuführen sein, dass die Firmen bei den Businesstrips sparen (müssen). «Aufgrund der auch in der Schweiz schwieriger werdenden wirtschaftlichen Bedingungen rücken bei den Unternehmen die Geschäftsreisekosten stärker in den Fokus.»

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Weniger Business-Class-Flüge

Den Hebel setzen die Firmen gemäss Bürer zuerst bei den Reiserichtlinien an; und dort vor allem bei den Flugbestimmungen. Beispielsweise haben bereits mehrere Schweizer Unternehmen die Regeln, ab wann ihre Mitarbeiter in der Business-Class fliegen dürfen, von bisher sechs auf sieben oder acht Stunden erhöht. «Ein weiteres Beispiel sind die vermehrten Anpassungen bei den Übernachtungsrichtlinien», ergänzt Bürer. Auch in den Hotels wird gespart.

Trotz des Drangs nach Kostenoptimierung messen die Schweizer Firmen den Geschäftsreisen nach wie vor eine hohe Bedeutung bei, so Bürer. Sie gelten als Erfolgsfaktor und Investition. «Gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten sind Geschäftsreisen notwendig, um die Pflege der strategisch wichtigen Kundenbeziehungen und die Akquisition von Neuaufträgen effektiv zu unterstützen.»

Den Leistungsnachweis liefert laut Bürer die ganzheitliche Betrachtung aller mit der Geschäftsreise zusammenhängenden Kos-ten (total cost of trip), inklusive der durch die Reisezeit entstehenden Produktivitätsausfälle bei den Mitarbeitern. Bürer nennt zwei Ansätze: Mit HRG Travel Watch könne man die Einhaltung der firmeneigenen Reiserichtlinien kontrollieren; mit HRG Global Pricing Desk liessen sich für die Kunden durchschnittliche Einsparungen von 13% pro Flugticket realisieren.

Die Konsequenzen für HRG?

Wirken sich die neuen Trends negativ auf das Business von HRG Switzerland aus? «Dies ist nur beschränkt der Fall», sagt Bürer, «natürlich sind Geschäftsreisen unser Kerngeschäft.» Doch das Gesamtangebot der Hogg Robinson Group reiche weit über den klasssischen Businesstrip hinaus. Von 2006 auf 2007 erhöhte der führende Schweizer Geschäftsreisespezialist den Umsatz um über 10% auf rund 700 Mio Fr., so die Schätzung des Fachmagazins «travel manager».