Die Konjunktur schwächelt: Erste Anzeichen liefern frühzyklische Unternehmen wie die Industriekonzerne Rieter, Georg Fischer und OC Oerlikon, die mit Gewinnwarnungen schockten. Dass weitere Unternehmen dramatisch gesunkene Ertragszahlen vorlegen werden, davon zeigt sich Rieter-CEO Hartmut Reuter im Interview überzeugt. Wenig zuversichtlich ist er auch für 2009. «Ich zeichne ein eher düsteres Bild für die kommenden Zeiten, was die Weltkonjunktur anbelangt», sagt er. Für das Budget 2009, das die Rieter-Führung derzeit ausarbeitet, bedeutet das: Drastisch weniger Risiko, mehr Flexibilität.

Damit steht Rieter nicht allein. Auch eher spätzyklische Unternehmen wie der Kabelspezialist Huber+Suhner gehen die Budgetplanung 2009 deutlich vorsichtiger an. Zwar spürt das Unternehmen laut CEO Urs Kaufmann «noch nichts von einer Abkühlung», ortet aber in der Beurteilung des konjunkturellen Umfelds 2009 die zentrale Herausforderung. «Wie schnell und wie stark die Krise in der Finanzwelt in der ganzen Breite auf die Realwirtschaft durchschlagen wird, ist schwer abzuschätzen», sagt Kaufmann.

Die Risiken minimieren

Zusätzlich versuchen die CEO, beeinflussbare Risiken möglichst zu senken. Beim stark diversifizierten Industriekonzern Bucher ist dies ein zentrales Thema: «Das gilt speziell für Kapazitätsauslastungen, Währungsschwankungen, Annullationen oder Verschiebungen von Kundenaufträgen als Folge konjunktureller Einwirkungen», erklärt Bucher-CEO Philip Mosimann.

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Der Bauzulieferer Arbonia Forster schätzt laut CEO Edgar Oehler das wirtschaftliche Umfeld «nicht dramatisch anders ein als noch vor zwölf Monaten». Im Rahmen des Budgets 2009, das auf die Mittelfristplanung abstützt, habe man bereits «Varianten für die Folgen errechnet, welche entstehen könnten, falls der Umsatz um 3, 5 oder gar 8% sinken würde», erklärt Oehler. Falls diese Annahmen Makulatur würden, werde man ein weiteres Budgettreffen im Dezember ansetzen. «Für 2009 budgetieren wir aggressiv-konservativ, wobei aggressiv bedeutet, dass wir den forscheren Marktauftritt wählen.»

Vorsichtig geben sich auch Unternehmenschefs aus anderen Branchen. «Wir planen für 2009 aufgrund der da und dort doch zurückhaltenderen Werbeausgaben der Kunden etwas konservativer als für 2008», sagt Geri Aebi, CEO des Kommunikationsdienstleisters Wirz.

Positive Signale senden dagegen defensiv aufgestellte Unternehmen wie der Pharmahersteller und Medikamenten-vertreiber Galenica. CEO Etienne Jornod rechnet für das laufende Jahr mit einer deutlich höheren Gewinnsteigerung von 40% gegenüber dem Vorjahr statt, wie bisher kommuniziert, «über 20%».