Die Schweizer Firmen weisen für das 1. Halbjahr gute Resultate aus. Trotzdem sollte man sich nicht von den Zahlen blenden lassen: Gelegentlich wird dem Resultat mit buchhalterischen Kniffen nachgeholfen. «In einzelnen Fällen stellen wir fest, dass der Spielraum in der Buchhaltung wegen des schwierigen Umfelds genutzt wird», sagt Matthias Jeger, Partner beim Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers PwC. Tatsächlich stehen vorab jene Unternehmen unter Verdacht, die besonders hart von der Krise getroffen wurden. «Bei Sektoren mit sehr stark schwankendem Geschäftsgang wie den Industriefirmen müssen die Zahlen ganz genau angeschaut werden», sagt Panagiotis Spiliopoulos, Leiter Aktienresearch bei Vontobel.

Recherchen zufolge gelten Industriefirmen wie OC Oerlikon oder Rieter, aber auch Finanzwerte wie EFG oder GAM bei Experten als wenig durchsichtig. OC Oerlikon und Rieter kontern die Vorwürfe mit Verweis auf laufende Restrukturierungen. Ulf Schiller, Professor am Institut für Unternehmensrechnung und Controlling an der Universität Bern, vermutet zudem, dass auch kleinere Firmen versuchen könnten, ihre Ergebnisse so darzustellen, dass sie von Banken weiterhin Kredit bekommen. «Der Mittelstand sieht sich immer noch mit einer Kreditklemme konfrontiert», sagt Schiller.

Auch so stellt die Analyse der Erfolgsausweise hohe Anforderungen. «Die Regelwerke sind komplex und Einzelpositionen oft nicht intuitiv zu verstehen», sagt Lukas Marty, Mitglied der Geschäftsleitung des Buchprüfers KPMG Schweiz.