Viel zu viel zahlten die Schweizer immer noch fürs Reisen, sagt Alexander König. König, gern auch «Meilenkönig» genannt, verteilt in ­kostenpflichtigen Seminaren Informationen, wie man an günstige Flugtickets kommt. Der eigentliche Lockstoff des Geschäftsmodells ist jedoch: Via Abonnement verkauft er Strategien, möglichst kostengünstig einen Status bei Fluggesellschaften wie der Swiss zu erreichen, also «Frequent Traveller» oder ­«Senator» zu werden. Gut 10 000 zahlende Kunden (ab 59 Euro jährlich) hat First Class & More (FCAM) in den deutschsprachigen Ländern. Anteilig an der Bevölkerung gerechnet, ist die Schweiz der stärkste Markt.

Der Zusammenschluss mit der Plattform Asmallworld (ASW) soll laut König nun «die Internationalisierung unserer Dienstleistungen starten», zumal «Asmallworld und FCAM dieselbe hochwertige Zielgruppe ansprechen»; erstes Ziel ist der Aufbau eines englischsprachigen Dienstes. Auch habe man gemeinsam bei Verhandlungen, etwa mit Hotels, mehr Schlagkraft, so König, der sich erstmals zu dem Deal äussert. ASW-CEO Jan Luescher denkt an «Cross-Selling von Services im Bereich Reisen und Lifestyle».

Kombiniert soll alles viel besser werden

König und der Hauptaktionär von ASW, Nestlé-Erbe Patrick Liotard-Vogt, kennen sich schon länger. Spätestens seit dem Näherrücken des Börsengangs von ASW kamen Ideen zur Kooperation auf. Auch eine Beteiligung in umgekehrter Richtung (FCAM steigt bei ASW ein) wurde wohl zeitweilig diskutiert. Als dann der Einstieg Ende September gemeldet wurde, stieg der Kurs von Asmallworld um gut drei Prozent an – was allerdings wenig Aussagekraft hat im Fall dieser Aktie, bei der das Handelsvolumen bisweilen nur einige hundert Franken beträgt.

Patrick Liotard-Vogt Asmallworld

Asmallworld-Hauptaktionär Patrick Liotard-Vogt.

Quelle: ZVG
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Immerhin ist Königs Firma «profitabel», wie er betont, ASW hat im ersten Halbjahr, wie auch im Vorjahr, hohe Verluste eingefahren. Beim Cashflow dasselbe Bild: FCAM soll 2018 über zwei Millionen Franken erwirtschaften, ASW im roten Bereich landen. Kombiniert soll alles viel besser werden.

Der Kauf ist ein dicker Brocken. ASW, mit einem Börsenwert von noch 33 Millionen Franken, zahlt für FCAM fast 12 Millionen Franken in bar plus ein Aktienpaket, das König zu einem der grössten ASW-Aktionäre macht. Knapp 9,3 Prozent mit einem Marktwert von gut drei Millionen Franken hält König nun. Weitere acht Millionen Franken werden bis 2022 beim Erreichen bestimmter Ziele fällig. König hatte «mehr als 80 Prozent der FCAM-Anteile kontrolliert», der Rest gehörte Reimann ­Investors, dem Münchner Office ­eines Teils der Reimann-Familie ­(Reckitt Benckiser). Sie wurde ausbezahlt.

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