Die Ratingagentur Fitch hat in einem Rundumschlag zahlreiche europäische und US-amerikanische Banken herabgestuft, darunter auch die Schweizer Grossbank Credit Suisse. Der Schritt reflektiere die zunehmenden Unsicherheiten im Bankensektor.

Neben der Entwicklung der Weltwirtschaft stelle eine Vielzahl regulatorischer Änderungen die Banken vor grosse Herausforderungen, erklärte Fitch am späten Donnerstagabend in New York. Die Kreditwürdigkeit der CS sank um zwei Punkte von «AA-» auf «A».

Wie die CS wurde auch die britische Barclays um zwei Noten auf «A» herabgestuft, während die Bonität der Deutschen Bank und der französischen BNP Paribas um eine Stufe auf «A+» gesenkt wurde. Auch die US-Institute Goldman Sachs, Bank of America und Citigroup verlieren eine Note und werden noch mit «A» bewertet.

UBS-Ausblick «stabil»

Die UBS war bereits im Oktober auf ein «A» herabgestuft worden. Sie konnte ihre Bonitätsnote halten und ihr Ausblick wird weiterhin als «stabil» bewertet. Auch die französische Société Générale («A+») und die US-Investmentbank Morgan Stanley («A») behalten ihre Bonitätsnote.

Mit der jetzigen Aktion sei die Überprüfung der wichtigsten Branchenvertreter erst einmal abgeschlossen, erklärte die Ratingagentur. Einen Tag zuvor hatte Fitch die Kreditwürdigkeit von Credit Agricole und Banque Fédérative du Crédit Mutuel aus Frankreich, Danske Bank aus Dänemark, OP Pohjola aus Finnland sowie die Rabobank Group aus den Niederlanden reduziert.

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Durch die Herabstufungen dürfte es für all diese Banken teurer und schwieriger werden, an frisches Geld zu gelangen. Denn je schlechter ein Rating ist, desto höhere Risikoaufschläge verlangen Investoren in der Regel.

Zehn spanische Banken betroffen

Wenige Stunden vor Fitch hatte Konkurrent Standard & Poor's die Bonität von zehn spanischen Banken herabgestuft. Die Schlechterstellung der spanischen Banken stehe im Zusammenhang mit einer Änderung der Bewertungskriterien. Zugleich wies die Agentur darauf hin, dass die Bonität der Institute weiter herabgestuft werden könnte.

Betroffen sind die CaixaBank, Bankia, Banco Popular, Bankinter, Banco de Sabadell, Caja de Ahorros y Pensiones de Barcelona, Ibercaja Banco, Caja de Ahorros y Monte de Piedad de Gipuzkoa y San Sebastián, Bilbao Bizkaia Kutxa und Banco Financiero y de Ahorros.

Der Kapitalbedarf der Banken in Spanien ist nach Erhebungen der Europäischen Bankenaufsicht EBA der höchste nach Griechenland. Die fünf grössten Banken des Landes benötigen demnach mehr als 26 Milliarden Euro. Davon entfallen mehr als 21 Milliarden. Euro allein auf zwei Grossinstitute.

Nur acht US-Banken sicher

In einem ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Bericht gab die Agentur Fitch ihre Einschätzung bekannt, dass die US-Regierung nur noch acht Banken des Landes wegen ihrer Systemrelevanz im Notfall retten würde.

Die einzigen, die sich auf staatliche Hilfe verlassen könnten, seien Morgan Stanley, Goldman Sachs, Bank of America, Bank of New York Mellon, Citigroup, JP Morgan Chase, State Street und Wells Fargo, hiess es.

(tno/vst/sda)