Die Credit Suisse besass eine Pfandvereinbarung mit der Firma des nun in London verhafteten mutmasslichen Flash-Crash-Verursachers Navinder Singh Sarao. Bei dem Flash Crash am 6. Mai 2010 brach der US-Leitindex binnen weniger Minuten um 600 Punkte ein. Kurzfristig wurde fast eine Billion Dollar an Aktienwert vernichtet.

In Grossbritannien wurde der 37-jährige Händler Singh Sarao wegen seiner mutmasslichen Rolle im kürzesten Börsencrash der Geschichte am Dienstag festgenommen. Die US-Behörden fordern seine Auslieferung und wollen ihm wegen Marktmanipulation den Prozess machen. Navinder. Er wird von amerikanischen Behörden beschuldigt, den Chicago Mercantile Exchange, den grössten Futures-Markt der USA, manipuliert zu haben, indem er dazu zugeschnittene Software verwendete.

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Nur das Nötigste veröffentlicht

Bei der Vereinbarung zwischen der Schweizer Bank und der Firma Nav Sarao Futures Ltd handelte es sich laut Credit Suisse um ein «Standard Banking Arrangement», berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die der am 4. Mai 2010 geschlossenen Vereinbarung zugrunde liegenden Vermögenswerte seien sehr breit gefasst gewesen, so Reuters.

Auch Aktien oder Immobilien konnten darunter fallen. Wie genau die Absicherung für Sarao aussah, geht aus dem Dokument nicht hervor. Er gab im Handelsregister nur gerade das Nötigste an, um reglementskonform zu bleiben.

Ein Sprecher der Credit Suisse sagte, die Vereinbarung enthalte keine Hypothek und Nav Sarao sei kein Kunde der CS UK. Weiter wollte er sich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht dazu äussern. Das «Wall Street Journal» schrieb unter Berufung auf einen Anwalt, der das Originaldokument gesehen hatte, dass das Agreement einer Hypothek ähnlich sei: «Falls nicht zurückbezahlt wird, kann man die Assets für sich reklamieren». Die Bank «erwartete klar ein Risiko», so der anonyme Anwalt weiter.