1. Home
  2. Unternehmen
  3. Fleisch-Skandal: Schädliches Medikament entdeckt

Fleisch-Skandal: Schädliches Medikament entdeckt

Coop hat die Lasagne Verdi alla Bolognese des Labels Qualité & Prix zurückgezogen. (Bilder: Keystone, ZVG)

Neue Runde im Fleischskandal: Nachdem in Fertigprodukten nicht deklariertes Pferdefleisch nachgewiesen wurde, haben Experten jetzt auch ein Schmerzmittel entdeckt, welches dem menschlichen Körper scha

Veröffentlicht am 13.02.2013

Der Pferdefleisch-Skandal zieht weitere Kreise: Nun teilt die britische Regierung mit, dass im gefundenen Pferdefleisch schädliche Medikamente nachgewiesen wurden. Für die EU-Kommission ist das Grund genug, von den Mitgliedstaaten weitere Tests zu fordern. Mit DNA-Tests soll ermittelt werden, in welchem Ausmass der Fund von nicht deklariertem Pferdefleisch in Lebensmitteln auf Betrug zurückzuführen ist.

Es soll im März erste Untersuchungen und Mitte April erste Ergebnisse geben, sagte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg nach einem Treffen mit den zuständigen Ministern in Brüssel. Die EU-Regierungen sollen am Freitag über die Vorschläge abstimmen. Neben DNA-Tests, die Pferdefleisch nachweisen können, solle auch auf ein bestimmtes entzündungshemmendes Medikament untersucht werden, das bei Pferden angewendet wird und das die Fleischprodukte für Menschen ungeniessbar machen würde.

Borg forderte die EU-Kommission zugleich auf, ihre Überlegungen zur präziseren Etikettierung von Rindfleisch-Produkten voranzutreiben. Die europäische Polizeibehörde Europol soll ausserdem die Ermittlungen in den Mitgliedstaaten rund um den Skandal koordinieren. 

Derweil hat der Skandal auch die Schweiz erreicht. Die wegen des Lebensmittelskandals zurückgezogene Coop-Lasagne enthält Anteile von Pferdefleisch. Das haben Labortests ergeben, wie Coop auf der Firmen-Webseite schreibt. Die Kunden können die Lasagne Verdi alla Bolognese in jedem Coop-Supermarkt zurückgeben.

«Ergebnisse erwarten wir Ende Woche»

«Der Preis wird den Kunden zurückerstattet», sagte Coop-Sprecher Urs Meier auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Welche Lehren der Detailhändler aus dem Skandal ziehe, sei noch unklar.

Das Fleisch für das betroffene Produkt des Coop-Labels Qualité & Prix stammte von der französischen Firma Comigel, die beim Pferdefleisch-Lieferanten Spanghero einkaufte. Wie Coop mitteilte, untersuchen die EU-Behörden die genaue Herkunft des Pferdefleischs.

Das Ausmass des Skandals für die Schweiz ist noch unklar. Derzeit führen laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) mehrere kantonale Labors zusätzliche Kontrollen durch. «Die Ergebnisse erwarten wir Ende Woche», sagte BAG-Sprecherin Sabine Helfer auf Anfrage.

«Eine Täuschung»

«Wenn ein Produkt Pferdefleisch - anstelle von Rindfleisch - enthält, liegt eine Täuschung vor», sagte Helfer. Nun müsse man der Sache auf internationaler Ebene auf den Grund gehen. Helfer hält jedoch fest: «Für die Gesundheit stellt der Konsum von Pferdefleisch grundsätzlich keine Gefahr dar.»

Der Skandal war aufgeflogen, nachdem in Grossbritannien und Irland vor rund einem Monat Spuren von Pferdefleisch in Hamburgern nachgewiesen worden waren. Vergangene Woche weitete sich der Skandal um falsch deklarierte Fleischprodukte auf die ganze EU aus. Tests wiesen in Rindfleisch-Lasagnen einen Pferdefleisch-Anteil von bis zu 100 Prozent nach.

(muv/rcv/tno/aho/sda)

Anzeige