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Fleischskandal: Spanghero steigt aus dem Handel aus

Fleisch wird bei Spanghero nicht mehr weiterverkauft. (Bilder: Keystone)

Im Pferdefleisch-Skandal erklärten die französischen Behörden die Firma Spanghero zu einem Hauptverantwortlichen. Nun gibt das Unternehmen den Handel mit Fleisch ganz auf. Fertiggerichte und Hackfleis

Veröffentlicht am 22.02.2013

Die französische Firma Spanghero, die im Zentrum des europaweiten Lebensmittelskandals steht, hat den umstrittenen Handel mit Fleisch vollkommen aufgegeben. Das Unternehmen wird sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Nun stehe nur noch die Herstellung von Hackfleisch und Wurst sowie von Fertiggerichten im Fokus, gab Spanghero am Freitagnachmittag in einer Erklärung im südwestfranzösischen Castelnaudary bekannt. Der Handel mit Fleisch machte bei Spanghero nach Unternehmensangaben nur 2 Prozent des Umsatzes aus.

Kurz zuvor hatte Frankreichs Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll der Firma den Handel mit Fleisch weiterhin untersagt. Er begründete dies in Paris damit, dass nach Vorliegen eines Untersuchungsberichts der Veterinär- und Lebensmittelkontrollbehörden «zusätzliche Ermittlungen»nötig seien.

Die französischen Behörden hatten Spanghero vor rund einer Woche zu einem Hauptverantwortlichen im europaweiten Pferdefleisch-Skandal erklärt. Demnach hatte Spanghero aus Rumänien bezogenes, gefrorenes Pferdefleisch wissentlich als Rindfleisch an die französische Firma Comigel weiterverkauft. Diese wiederum fertigte aus dem Fleisch Fertiggerichte, die in zahlreiche Länder geliefert wurden.

«Gedacht, dass es Rindfleisch ist»

Wegen des Skandals wurde Spanghero die Betriebszulassung vorübergehend entzogen. Zu Wochenbeginn erhielt die Firma wieder die Zulassung für die Herstellung von Hackfleisch und Wurst sowie von Fertiggerichten, nicht aber für die Zwischenlagerung von tiefgekühlten Ausgangsprodukten und damit zum Handel mit Fleisch - eine Entscheidung, die am Freitag nach Vorliegen des Berichts der Veterinärbehörden aufrechterhalten wurde.

Firmenleitung und Beschäftigte von Spanghero hatten der sozialistischen Regierung in Paris vorgeworfen, ohne wirkliche Beweise das Unternehmen verurteilt zu haben. «Wir haben gedacht, dass es Rindfleisch ist», versicherte Spanghero-Chef Barthélémy Aguerre. Wenn es «Mauschelei» gegeben habe, dann ausserhalb von Spanghero.

Das Unternehmen verteidigte sich mit dem Hinweis, einen Zahlencode auf den Rechnungen für das bemängelte Fleisch, der international für Pferdefleisch stehen soll, habe die Firma lediglich als eine Artikelnummer des Händlers verstanden.

Agrarminister Le Foll erklärte nun weiter, ein in den Niederlanden ansässiger Zwischenhändler scheine in dem Skandal eine «zentrale Rolle» zu spielen. Er habe bei den niederländischen Behörden die Ergebnisse angefragt, die nach den Ermittlungen zu Kühlhäusern in dem Land vorliegen. Das von Spanghero verkaufte Pferdefleisch war über einen niederländischen Zwischenhändler von Rumänien nach Frankreich gelangt.

(tno/chb/sda)

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