Opel ist ob der aktuellen Finanzsituation des Mutterhauses General Motors (GM) nicht zu beneiden; es wird sich erst noch weisen, ob die Marke mit dem Blitz-Logo nach dem Rettungsring der deutschen Bundesregierung – diskutiert wird gemäss Kanzlerin Angela Merkel bis Weihnachten eine Bürgschaft in der Höhe von 1 Mrd Euro – angelt oder ob die Zukunft ohne staatliche Beihilfe gesichert werden kann. Opel sieht allerdings seinen Betrieb auch nach dem vorläufigen Scheitern eines Hilfspakets für die Mutter GM in den USA gesichert. «Wir haben genügend Liquidität bis weit ins kommende Jahr, auch ohne Bürgschaft und auch wenn es in den USA noch schwieriger wird», heisst es bei den Deutschen.

Zudem lässt Opel nichts unversucht, Kritikern – auch des staatlichen Bürgschaftsangebotes – das Wasser abzugraben. Am Markt wollen die Rüsselsheimer und mit der Zentrale zusammen die Länderorganisationen ihre Überlebensfähigkeit beweisen. Die Chancen für weiteren Schnauf stehen gar nicht so schlecht. Opel positioniert sich geschickt, denkt man etwa an das neue Flaggschiff Insignia, dem der Titel «Auto des Jahres 2008» zufällt, an den Start des HydroGen4-Programmes (Test von Brennstoffzellen-Autos im Alltagsverkehr) oder die Eintauschangebote, wie sie in der Schweiz die Verkäufe forcieren sollen. Mit bis zu 7000 Fr. Zusatzbonus über dem Eurotax-Wert nehmen bei einem Neuwagenkauf bis zum 20. Dezember hiesige Opel-Händler Eintauschfahrzeuge zurück.

Zum Schnäppchen-Angebot gehört unter anderem der Zafira, der Kompakt-Van, der vor allem mit seinem Markenzeichen Flex-7 zu begeistern weiss. Auch in der Neuauflage der vor bald zehn Jahren lancierten Fahrzeugfamilie, die diesmal frische Designakzente (breitere, vordere Chromspange, markante Linien um die Nebelscheinwerfer, vorgewölbte Frontlippe) und einen effizienten 1,7-l-Common-Rail-Turbodieselmotor bringt. Sportlicher ist er geworden, der Zafira, auch minim sparsamer.

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Zugpferd bleibt das variable Flex-7-Sitzsystem für eine Verwandlung des Innenraums in Sekundenschnelle und ohne umständlichen Sitzausbau. Mit wenigen Handgriffen wird der Siebensitzer zum Fünf-, Vier- Drei- oder Zweisitzer, dies mit einem Laderaumvolumen zwischen 645 und geräumigen 1820 l.

Mehr Leistung, weniger Verbrauch

Ein Rennpferd will der Zafira nicht sein, das entspricht nicht seinen Genen. Daher passt denn auch der neue 1,7-l-CDTI-Motor ins Angebot mit insgesamt neun Antriebsvarianten, darunter auch einem Erdgasaggregat (CNG). Der Zafira 1.7 zeigt Laufruhe, spontanes Ansprechverhalten und Genügsamkeit. Die vom Werk angegebenen 5,7 l/100 km allerdings wurden im Testbetrieb nicht erreicht, der Verbrauch pendelte über der 6,5-l-Anzeige. Das ist durchschnittlich und wie vieles an diesem typischen Familienauto vertretbar, was auch für den Grundpreis von 35350 Fr. (Variante Enjoy) gilt.