Das Flimser Fünf-Sterne-Hotel Waldhaus hat einen Wert von 69,2 Millionen Franken und ist mit Forderungen von total 40,8 Millionen Franken konfrontiert. Diese Zahlen gehen aus dem Kollokationsplan hervor, der bis Anfang September aufliegt.

Das Flimser Hotel-Flagschiff, wo 2006 die Auswärtssession der eidgenössischen Räte stattfand, hatte Anfang April dieses Jahres die Bilanz deponiert. Seither führt den Betrieb eine Auffanggesellschaft, welche das Hotel vom Konkursamt mietete.

Löhne sind gesichert

Wie das Konkursamt Imboden in Trin am Montag bekanntgab, belaufen sich die Grundpfandforderungen auf 28,1 Millionen Franken, die nicht pfandgesicherten Forderungen auf 12,7 Millionen Franken, was unter dem Strich den Gesamtbetrag von 40,8 Millionen Franken ergibt. Der aktuelle Verkehrswert des Hotels von 69,2 Millionen Franken beruht auf kantonaler Schätzung.

Die Konkursverwaltung geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die Forderungen der ersten und zweiten Klasse, also Löhne sowie Sozialversicherungsbeiträge, vollständig erfüllt werden können. Die Dividende der Drittklassgläubiger sei derzeit schwierig abzuschätzen und hauptsächlich abhängig vom Verwertungserlös der Hotelliegenschaften und Anlagen, hiess es.

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Bis 40 Interessenten

Ob das Waldhaus versteigert oder vorher von einem Interessenten gekauft wird, ist offen. Guter Dinge jedenfalls ist Gion Fravi, geschäftsführender Gesellschafter der WF Hotelmanagement GmbH, die das «Waldhaus» seit dem Konkurs führt.

Rund 40 Investoren seien an einem Kauf des Hotels interessiert, sagte Fravi in einem Interview in der jüngsten Ausgabe der «hotel revue», der Fachzeitung für Tourismus. Fravi geht von einem «frühen Verkauf» des Hotels aus. Eine Versteigerung wäre seiner Ansicht nach schlecht fürs Image des Hauses. Den laut der Fachzeitung von Experten geschätzten Verkaufspreis von 20 bis 25 Millionen Franken wollte Fravi nicht kommentieren.

Für Flims systemrelevant

Das einzige Fünf-Sterne-Haus in Flims verfügt mit 200'000 Quadratmetern über einen der grössten Hotelparks der Schweiz. Die Vorzüge der Anlage hatten auch die Bundesbehörden entdeckt. Im Herbst 2006 war das Flimser Waldhaus Austragungsort der dritten Auswärtssession der eidgenössischen Räte.

Die Bekanntgabe des Konkurses Anfang April hatte über Flims hinaus hohe Wellen geworfen. Der Flimser Gemeindevorstand meldete sich zu Wort und teilte mit, er sei in Sorge um den ganzen Tourismusort. Der Vorstand kategorisierte das Waldhaus sogar als systemrelevant für die Destination.

(sda/mbü/me)