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Öffentlicher Verkehr
Flixbus testet Elektrobusse

Flixbusse in Zürich
Flixbusse in Zürich: Bald sollen sie auch als E-Version fahren.Quelle: Keystone .

Nach Zügen jetzt Elektrobusse: Flixbus setzt auf E-Mobilität. Wann die E-Busse in der Schweiz fahren, hängt von mehreren Faktoren ab.

Von David Torcasso
am 14.03.2018

Auf eine Ankündigung folgt die nächste: Flixbus hat vor rund zehn Tagen den Start von Fernzügen angekündigt, jetzt möchte der grössste Fernbusbetreiber Europas Elektrobusse im Liniennetz einführen. Bereits ab April sollen zwischen Paris und Amiens solche batteriebetriebenen Busse fahren. In Deutschland sollen sie ab Sommer auf einer Linie zwischen den Bundesländern Hessen und Baden-Würtemberg Gäste transportieren, gab das Unternehmen bekannt.

Wann die E-Fernbusse durch die Schweiz fahren, ist noch offen. Es hängt wohl davon ab, welche Linien mit den neuen Modellen bestückt werden und ob diese Busse dann die Schweizer Grenze passieren. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die eingesetzten E-Busse eine Reichweite von 200 Kilometern haben, bevor sie wieder an die Steckdose angeschlossen werden müssen. «Wir hoffen jedoch, dass sich diese Reichweite zeitnah durch die technologische Entwicklung bei den eingesetzten Batterien erhöhen wird», sagt Flixbus-Sprecher David Krebs. Aktuell würden sich die E-Busse noch in einem Testbetrieb befinden. 

Fernbus-Mitgründer  André Schwämmlein sagt zur Einführung der Elektrobusse: «E-Busse sind im Moment in der Anschaffung zwar deutlich teurer, denoch sind wir überzeugt, dass sich diese Investition in die Zukunft lohnt».

Sein Unternehmen wolle ein klares Zeichen setzen, dass die Mobilitätswende möglich sei, sagt Schwämmlein. «Menschen werden immer mobiler. Dabei geht der Trend weg vom eigenen Auto zu Alternativen wie dem Fernbus.» Deshalb müsse man vom Individualverkehr mit fossilen Kraftstoffen wegkommen, so Schwämmlein. Dabei äussert er sich auch zur aktuellen Debatte in Deutschland: «Im Hinblick auf ein langfristiges Umdenken sollte Individualverkehr mit fossilen Kraftstoffe nicht mehr subventioniert werden.»

Die Elektro-Flixbusse stammen von chinesischen Herstellern: Der in Zhengzhou beheimatete Konzern Yutong ist der weltweit grösste Hersteller von Bussen und stellt die E-Flixbusse in Frankreich. In Deutschland soll das Modell BYD C9 des chinesischen Produzenten BYD Auto zum Einsatz kommen. Er ist der weltweit erste Elektro-Reisebus.

Umweltfreundlicher als Zugfahrten

Mit dem Einsatz der E-Busse unterstreicht Flixbus seine «grüne Linie» und propagiert, dass die Fahrt mit einem Fernbus gegenüber dem Auto umweltfreundlicher ist. 2014 wurde in einer Studie des Verkehrsclubs Deutschland VCD sogar aufgezeigt, dass der Fernbus umwelfreundlicher als Zugfahren ist. Flixbus schreibt, durch Reisen mit dem Fernbus würden gegenüber Autos 80 Prozent CO2-Emmissionen eingespart. 

In zehn Tagen soll der erste «Flixtrain» auf der Strecke von Hamburg nach Köln im Linienbetrieb zum Einsatz kommen. In diesem Jahr sollen neben internationalen Linien nochmals rund 140 neue Destinationen im deutschsprachigen Raum hinzukommen. Neben dem Start des Bahnverkehrs und dem Ausbau der Flotte auf Elektrobusse soll die Expansion in die USA ein weiterer Meilenstein werden: Im Sommer sollen die ersten Busse auf täglichen Linien durch Kalifornien fahren, kündigte Flixbus an. 

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