«Wir sind vom Ölpreis immer betroffen», erklärt Dieter Bambauer, CEO der Hangartner AG, eines der führenden Anbieter im Kombinierten Verkehr für feste und verpackte Güter. Kombinierter Verkehr, dass heisst Strasse und Schiene abwechselnd. In Container verpackte Waren werden mit den Nutzfahrzeugen der Firma Hangartner zu den zehn europäischen Terminals (Hubs) gefahren, wo die 14 bis 28 t fassenden Boxen und Trailer auf den Zug verladen werden. Auf den Schienen gelangt die Ware dann von Skandinavien bis Süditalien und retour. Im Jahr fährt Hangartner rund 5200 Ganzzüge mit 130000 Sendungen auf der europäischen Nord-Süd-Achse.

Ökologisch sinnvoll

Die Vorteile des Kombinierten Verkehrs sind naheliegend: Der Schienentransport verbraucht weniger Treibstoff, ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll. In Zeiten hoher Ölpreise gewichtige Argumente, welche die Nachfrage nach Möglichkeiten zum Kombinierten Güterverkehr deutlich wachsen lassen. «Der Markt wächst jedes Jahr zweistellig, Tendenz steigend», erklärt Bambauer. Dem Kunden spart der Kombinierte Verkehr unter Umständen aber nicht nur Treibstoffkosten, sondern er erhöht auch die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Transportes, denn auf der Schiene gibt es keinen Stau. Was auf deutschen Autobahnen – auf denen die Lastwagen auf den grossen Transitrouten faktisch mindestens eine eigene Spur beanspruchen – eher die Ausnahme ist. Und gemäss Angaben von Hangartner wird der CO2- Ausstoss mit dem Kombinierten Verkehr um bis zu 60% reduziert.

Doch die sich verändernden Kosten für Benzin und Diesel sind auch Fluch und nicht nur Segen für die Firma Hangartner. «Der vor- und nachladende Verkehr auf der Strasse leidet auch unter den hohen Treibstoffkosten», hält Bambauer fest. Bislang habe Hangartner die Preissteigerungen aber zum grössten Teil an die Kunden weitergeben können, deren Verständnis und Akzeptanz sei bislang sehr hoch, so Bambauer, der auch in den kommenden Jahren mit eher steigenden Ölpreisen rechnet.

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Stark in Nordeuropa

Die Hauptkunden von Hangartner findet man nach wie vor in der Forst- und Papierindustrie, daher auch das gute Streckennetz nach Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen. Unter dem Strich dürften für Hangartner die positiven Effekte der knappen fossilen Energieträger langfristig überwiegen und zum weiteren Expansionskurs beitragen. Heute beschäftigt die Schweizer Firma 480 Mitarbeitende, die einen Umsatz von 430 Mio Fr. erwirtschaften. Im Jahr 2002 hatte Kaspar Hangartner, der damalige Alleininhaber des aargauischen Traditionsunternehmens, seine Firma an die damalige DB Cargo verkauft, «zur Festigung und Weiterentwicklung der Geschäftsbeziehungen», wie es damals hiess. Hangartner ist heute ein Unternehmen von DB Schenker, dem Unternehmensbereich Transport und Logistik der Deutschen Bahn.