Die Finanzmarktkrise geht nicht spurlos an den Vorsorgewerken vorüber. Insgesamt belaufen sich die Buchverluste im laufenden Jahr auf gegen 100 Mrd Fr. Trotz dieser negativen Fakten gibt es aber keinen Grund, deswegen in Panik zu verfallen. Gut geführte Pensionskassen haben während der Hausse an den Aktienmärk- ten ansehnliche Reservepolster aufgebaut. Nun gilt es, in den mageren Jahren von diesen Überschüssen zu zehren. Vorsorgeeinrichtungen sind langfristig ausgerichtet. Momentaufnahmen vermitteln dementsprechend ein falsches Bild.

Wichtig ist die langfristige Performance. Erst wenn Pensionskassen über eine längere Zeit hinweg durch eine wirtschaftliche Depression geprägt werden, kann es für das gesamte Vorsorgesystem kritisch werden. Von einem solchen Horrorszenario sind wir aber noch weit entfernt. Vorerst verlangsamt sich der Wachstumsrhythmus, und die Gefahr besteht, dass wichtige Länder in eine Rezession geraten. Solche Phasen gab es schon früher, und sie wurden jeweils von den Vorsorgewerken mit den nötigen Defensivmassnahmen bewältigt. Vieles deutet darauf hin, dass die Pensionskassenverwalter ihre Lektion aus früheren Börseneinbrüchen gelernt haben.

Für die Versicherten in der 2. Säule zeichnen sich unabhängig von der aktuellen Wirtschaftssituation allerdings einschneidende Änderungen ab. Der Umwandlungssatz wird aufgrund der demografischen Entwicklung bis 2015 graduell zurückgenommen. Gleichzeitig zeichnen sich auf eine kürzere Frist niedrige Zinsen ab, verbunden mit einer entsprechend tiefen Mindestverzinsung für die Sparguthaben. Mit anderen Worten: Die Rentenleistung wird tendenziell gekürzt. Wer im Alter nicht mit negativen Überraschungen konfrontiert sein will, der muss die Lücke über das individuelle Sparen in der 3. Säule schliessen.

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Die klassischen Lebensversicherungen werden den Bedürfnissen der heutigen Generation nicht mehr gerecht. Gefragt sind heute vor allem Vehikel, die eine Versicherungslösung mit einem Sparteil inklusive Kapitalschutz kombinieren. Die hohe Nachfrage nach solchen Vorsorgeprodukten hat bei der Assekuranz einen eigentlichen Innovationsschub ausgelöst. Innerhalb von wenigen Monaten haben die grossen Versicherer fondsgebundene Rentenversicherungen mit variabel wählbaren Garantien auf den Markt gebracht. Das Potenzial für solche Produkte wird nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa als besonders gross eingeschätzt. Das Sicherheitsdenken ist noch mehr in den Vordergrund gerückt.