Es droht eine massive Ausweitung des Arbeitskampfes am grössten Flughafen Deutschlands: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) fordert auch die Fluglotsen bei der Flugsicherung am Tower zum Arbeitskampf auf. Sie sollen am Mittwoch von 5 Uhr bis 11 Uhr die Arbeit niederlegen.

Bisher streiken nur die Vorfeldbeschäftigten. Die Massnahme diene «der Solidarität» mit den bereits streikenden Vorfeldmitarbeitern, so die Gewerkschaft. Der Ausstand betreffe 10 bis 12 Fluglotsen, die dem Aufruf wahrscheinlich folgen würden. Die Auswirkungen dieses Streiks wären nach Angaben der Gewerkschaft immens.

Ohne Lotsen im Tower gebe es weder Starts noch Landungen. Davon betroffen wäre dann auch der internationale Flugverkehr. Der Flughafenbetreiber Fraport sieht die Massnahme dagegen als «völlig überzogen» an, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones. «Es kann nicht sein, dass ein zu 100 Prozent im Bundesbesitz befindliches Unternehmen, das ein vom Staat garantiertes Monopol ausübt, in einen privatrechtlichen Tarifstreit hinein gezogen wird», hiess es.

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Lufthansa prüft rechtliche Schritte

Die Gewerkschaft hatte bereits am Wochenende angedroht, dass sie die Ausdehnung des Arbeitskampfes mit Solidaritätsstreiks erwägt. Sie will so ihrer Forderung nach höheren Gehältern und besseren Arbeitszeiten mehr Nachdruck verleihen. Heute geht der Streik ähnlich weiter wie am Montag. Fraport geht von 200 ausgefallenen Flügen aus. Rund 80 Prozent des Flugverkehrs dürften wie geplant abgewickelt werden, sagte ein Sprecher.

Die Lufthansa prüft rechtliche Schritte gegen den angekündigten Solidarstreik der Fluglotsen. Man sehe in dem Ausstand einen Missbrauch der staatlichen Monopolstellung der Flugsicherung, erklärte ein Unternehmenssprecher.

(chb/tno/awp)