Der Flughafen Zürich ist an den zum Verkauf stehenden Flughäfen in Portugal interessiert. «In der jetzigen Phase bieten wir mit», sagte CFO Daniel Schmucki im Interview mit dem SF-Wirtschaftsmagazin «Eco». Wie bei anderen Auslandengagements strebe der Flughafen Zürich eine Minderheitsbeteiligung kombiniert mit einem Managmentvertrag an, präzisierte Firmensprecherin Sonja Zöchling.

Wie viel für den Flughafenbetreiber ANA, der insgesamt zehn Flughäfen unterhält - unter anderem in Lissabon und Porto -, geboten werden soll, verrät Schmucki aber nicht. Laut weiteren Medienberichten sollen die höchsten Angebote von insgesamt acht Interessenten bei über 2 Milliarden Euro liegen. Auch der Frankfurter Flughafen Fraport und der französische Baukonzern Vinci sollen mitbieten.

«Grundsätzlich erachten wir den portugiesischen Zivilluftfahrt-Markt wie auch den Zeitpunkt der Privatisierung dieser Flughäfen als absolut geeignet», so der CFO weiter. «Mit dem, was wir in Zürich machen, und mit dem, was wir bisher international geleistet haben, können wir unsere Erfahrung in Portugal sehr prominent einbringen», sagte Schmucki gegenüber «Eco». Auch wenn der Flughafen Zürich in Portugal wie zuletzt in Brasilien nicht zum Zuge kommt, werde 2012 erneut ein Passagierrekord aufgestellt.

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Flughafen Zürich mit mehr als doppeltem Umsatz

ANA erzielte 2011 einen Umsatz von umgerechnet 425 Millionen Franken und einen Gewinn von 91 Millionen. Der Flughafen Zürich erwirtschaftete derweil einen Umsatz von 905,4 Millionen Franken und einen Gewinn von 170,9 Millionen.

Die Privatisierung von Staatsbetrieben war eine Auflage der internationalen Geldgeber für das hochverschuldete Euro-Land. Für die Staatskasse wird ein Erlös aus dem Verkauf der ANA von rund 1,2 Milliarden Euro  erwartet, wie die Staatsholding Parpublica Ende Oktober mitgeteilt hatte.

(tkw/chb/tno/awp)