Der Flughafen Zürich hat im ersten Halbjahr 2014 zwar den Umsatz gesteigert, unter dem Strich sorgten Sondereffekte aber für einen mehr als halbierten Gewinn. Für das laufende Jahr gibt sich der Flughafenbetreiber hingegen etwas optimistischer als bisher und rechnet mit einem höheren Passagierwachstum.

Der Umsatz stieg im Halbjahr um 3,3 Prozent auf 468,7 Millionen Franken, teilte das Unternehmen mit. Allerdings lasteten Sondereffekte auf der Profitabilität. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda sank entsprechend deutlich um 22 Prozent auf 187,3 Millionen Franken, was einer Marge von 40,0 Prozent (VJ 53 Prozent) entspricht. Der Ebit ging ebenfalls deutlich um 42 Prozent auf 74,2 Millionen zurück. Der Reingewinn wurde mit 40,3 Millionen mehr als halbiert.

Kosten für Schallschutzmassnahmen

Als Sondereffekte schlug einerseits ein Sondergewinn vor Steuern in Höhe von rund 35 Millionen Franken aus einem Teilverkauf des Grundstücks des Projekts «The Circle» zu Buche. Auf der anderen Seite veranschlagt der Flughafen aber 100 Millionen Franken an zusätzlichen Kosten für Schallschutzmassnahmen. Ohne diese Sondereffekte verdiente der Flughafen unter dem Strich 90,0 Millionen und damit 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Damit hat der Flughafen Zürich die Prognosen der Analysten bis auf den Gewinn leicht übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 464 Millionen Franken, für den Ebitda bei 183,8 Millionen, für den Ebit bei 71,4 Millionen und für den Reingewinn bei 43,2 Millionen.

Über 12 Millionen Passagiere

Insgesamt nutzten im ersten Halbjahr 12,2 Millionen Passagiere den Flughafen Zürich, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Lokalpassagiere stieg um 6,9 Prozent deutlich an, die Zahl der Umsteigepassagiere ging indes um 6,3 Prozent zurück. Im Flugbetrieb erhöhte sich der Ertrag um 3,8 Prozent auf 279,0 Millionen, die Non-Aviationerträge stiegen um 2,6 Prozent auf 189,7 Millionen. Die Zahl der Flugbewegungen blieb quasi unverändert, die umgeschlagene Fracht ging um 4,3 Prozent zurück.

Die Flugbetriebsgebühren konnten denn auch aufgrund des überproportionalen Wachstums bei den Lokalpassagieren gesteigert werden. Auch höhere Erträge für Flugzeug-Enteisungen aufgrund des strengen Winters trugen zum Plus bei.

Die höhere Passagierzahl sorgte allerdings nicht für mehr Kommerzumsatz - dieser blieb aber trotz des starken Frankens mit 52,1 Millionen Franken stabil.

Für den Anstieg der Non-Aviationerträge waren im wesentlichen die gestiegenen Parkingerträge sowie gesteigerte Dienstleistungserträge aus internationalen Beratungsmandaten und Bauherrenleistungen des Projekts «The Circle» verantwortlich.

Ausblick etwas höher

Das Grossprojekt «The Circle» schreitet derweil weiter voran. So sollen im September die Hocharbeiten beginnen, erste Gebäude werden 2016 sichtbar. Die erste Etappe soll 2018 fertiggestellt werden.

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Nach dem Passagierrekord im Vorjahr wird gemäss aktuellen Prognosen auch im laufenden Jahr die Zahl der Reisenden weiter steigen. Das sei eine Herausforderung. Bereits heute stosse der Flughafen zu verschiedenen Tageszeiten an die Kapazitätsgrenze. Mittelfristig sei man daher auf verbesserte flugbetriebliche Rahmenbedingungen angewiesen.

Für 2015 erhöht das Unternehmen seinen Ausblick leicht. Das Passagierwachstum soll nun bei 2,5-3 Prozent (bisher 1-2 Prozent) liegen. Die Zahl der Flugbewegungen wird stabil erwartet. Unter Ausklammerung der Sondereffekte sollen sowohl Ebitda, Ebit als nun auch das Jahresergebnis über dem Vorjahr liegen. Die Invesititionen werden bei rund 250 Millionen Franken gesehen.

(awp/dbe/hon)