Am 10. Oktober 2007 feiern Bauherrschaft und Ausführende termingerecht die Aufrichte des Radisson SAS Airport Hotel Zürich. Ab dem 22. Juli 2008, dem Eröffnungstag des neuen Hotels, müssen Flugreisende nicht länger mit S-Bahn, Bus oder Taxi in eines der Hotels um den Hub Zürich-Kloten fahren. Vom Arrival gelangt man zukünftig unterirdisch direkt und trockenen Fusses durch die Flughafen-Mall ins Radisson SAS Airport Hotel Zürich mit seinen 330 Zimmern.

Über der Lobby, einem eigentlichen Atrium, breitet sich in rund 30 m Höhe ein Glasdach. Die sechs Zimmeretagen sind über Mittelkorridore erschlossen, sodass den Gästen Zimmer mit Blick ins Atrium oder nach draussen zur Verfügung stehen. Im kubischen, von aussen schlicht wirkenden Gebäude werden auch Büros und Konferenzräume eingerichtet.
Innen entpuppt sich der Bau als Gesamtkunstwerk, bei dessen Vollendung die Karl Steiner AG als Totalunternehmerin (TU) weit über den Tellerrand rein baulicher Herausforderungen hinausblickt. Das prestigeträchtige Hotel soll die Erwartungen der Investoren und Betreiber in allen Belangen erfüllen.

Viele ausländische Lieferanten

Hinter dem Radisson SAS Airport Hotel Zürich steht als Investorin die Acron L&R Immobilien AG. Sie vermietet das vom Atelier WW geplante und im Baurecht auf dem Grundstück der Unique (Flughafen Zürich AG) erstellte Gebäude grösstenteils an die SAS Hotels Switzerland AG. Diese gehört zur Rezidor SAS, welche unter anderem die Radisson-Hotels rund um den Globus betreibt.
Von Anfang an stand fest, dass es in diesem Projekt einer vielschichtigen Internationalität Herr zu werden galt, auch wenn die Baustelle in der Schweiz, im Grossraum Zürich liegt: Kunde Acron und Hotelbetreiberin Rezidor sind beide global ausgerichtet. Als Totalunternehmerin hat die Karl Steiner AG die Aufgabe, das Radisson SAS Airport Hotel Zürich termingerecht und vertragskonform inklusive Möblierung und Ausstattung fertig zu stellen.
Nebst Schweizer Subkontraktern ist eine Vielzahl namhafter ausländischer Lieferanten involviert. Für das Purchasing zog Steiner The Parker Group bei, eine auf Hotelequipment spezialisierte US-Gesellschaft mit europäischem Hauptsitz in Amsterdam.
Last but not least sorgt der Mailänder Star-Innenarchitekt Matteo Thun für ein einmaliges Ambiente, unter anderem im Grillrestaurant mit einem Kronleuchter aus Hirschgeweihen, die – eine Selbstverständlichkeit – absolut tierschutzkonform von Abstössern stammen. Matteo Thun zeichnet für das Schematic Design im Interior Design verantwortlich, die Umsetzung in eine SIA-konforme Werkplanung obliegt der Arge Kalfopoulos Trösch 3D-CD Architekten aus Zürich.
Diese wiederum arbeiten an einer Schnittstelle mit den ausführenden KFP-Architekten, welche als primus inter pares im Planungsteam fungieren. Der Küchenplaner beispielsweise wurde von Rezidor SAS ebenso wie Matteo Thun als «Hof»-Planer vorgegeben und sitzt seinerseits in Berlin und der AV/Video-Planer in München.

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Koordination als Hauptaufgabe

Ein so international durchmischtes Team stellt besondere Anforderungen an die Koordination. Mehrsprachigkeit bei den Teammitgliedern gilt als Voraussetzung. Aufgrund der Internationalität wird mit periodischen, manchmal mehrtägigen Workshops operiert. Im Rahmen dieser kooperativen Planungsrunden bespricht die Totalunternehmerin gemeinsam mit der Auftraggeberin, der Betreiberin und den jeweils betroffenen Subkontraktern die vordringlichen Aufgaben und fällt Entscheide.

Auf das TU-Modell zugeschnitten

Investoren und Betreiber des Radisson SAS Airport Hotel Zürich haben mit einem Totalunternehmungs-Modell für die Realisierung aus verschiedenen Gründen die richtige Wahl getroffen. Die Totalunternehmerin trägt die Gesamtverantwortung über Termine, Kosten und Qualität und bietet ihrem Vertragspartner eine Lösung aus einer Hand. Dies begünstigt die Termin- und Kosteneinhaltung bei einem Vorhaben dieses Komplexitätsgrades. Darüber hinaus bringt die Karl Steiner AG umfassende Erfahrung aus anderen Hotelprojekten mit, zum Beispiel Radisson Luzern, Hotel Park Hyatt in Zürich, Hotel Widder in Zürich, Hotel Du Lac in Vevey oder das Hotel Ramada in Solothurn sowie die Renovation des Palace in St. Moritz.
In ihrer Rolle als Totalunternehmerin kann die Karl Steiner AG auch auf Know-how aus anderen Projekten zurückgreifen, bei denen sie Total Services Contractor ist und nebst der eigentlichen Realisierung für Entwicklung und/oder Betrieb zuständig ist. Dieser breite Horizont ermöglicht ein kritisches und gleichzeitig kreatives Hinterfragen, ob technische und konstruktive Lösungen tatsächlich mit dem vorgegebenen Kostenrahmen und einer pünktlichen Eröffnung vereinbar sind und im Dienst effizienter Betriebsabläufe eines modernen Hotels stehen.

Kritisch und kreativ hinterfragen

Das Projekt hat eine lange Vergangenheit und konnte von Karl Steiner AG Ende März 2006 mit Vorliegen der Baufreigabe übernommen werden. Während der bereits laufenden Ausführungsphase konnten dank dem kritischen Hinterfragen und der Erfahrung der Karl Steiner AG Planungsfehler erkannt und optimiert werden.
Dem allgegenwärtigen Zeitdruck lässt sich durch intelligentes Abwägen und Ausschöpfen verschiedener Optionen die Stirn bieten. So hat es sich als guter Schachzug erwiesen, alle 330 Nasszellen von Huter Geberit in Österreich vorfabrizieren zu lassen. Lastwagen brachten mit einer Ladung jeweils vier der 2,5 m langen und immerhin 2,5 t schweren Nasszellen-Einheiten auf die Baustelle, sodass kein Spezialtransport nötig war. Das hilf Kosten sparen.

Bedarf beeinflusst das Budget

Die Rezeptur für ein erfolgreiches Riskmanagement schliesslich liegt in der sorgfältigen Budgetierung und Bedarfsabklärung auch für alles, was es in einem Hotel zusätzlich zum «Standardrepertoire» eines betriebsbereiten Baus braucht – von der Fischpfanne über die richtige Anzahl Champagnergläser sowie Nespresso-Maschinen in den Zimmern bis zu Bademänteln für die Gäste und eigens geschneiderten Uniformen fürs Personal.

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Rebecca Zuber, dipl. Arch. ETH SIA, Gesamtprojektleiterin Total- und
Generalunternehmung, Karl Steiner AG, Zürich.www.steiner.ch

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ZVG: Flughafenhotel Zürich

Spatenstich 4. Mai 2006
Grundsteinlegung 7. September 2006
Aufrichte 10. Oktober 2007
Hülle dicht Vor Weihnachten 2007
Gesamteröffnung 22. Juli 2008
Bauherrin Acron L&R Immobilien AG
Betreiberin Rezidor SAS
Investitionsvolumen 154 Mio Fr.