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Luftfahrt
Flughafen Zürich will Passagierkapazität verdoppeln

Check-im Terminal 1 beim Flughafen Zürich: Zu Stosszeiten wird es eng.
Check-im Terminal 1 beim Flughafen Zürich: Zu Stosszeiten wird es eng.Quelle: Keystone

Der grösste Schweizer Flughafen hat ehrgeizige Pläne. Er will sich auf 50 Millionen Passagiere ausrichten – doppelt so viele wie heute.

Von Marcel Speiser
am 14.02.2018

Noch arbeiten die Kräne auf der grössten Baustelle der Schweiz auf Hochtouren. Mit «The Circle» baut der Flughafen Zürich ein grosses Zentrum mit Büros, Verkaufsflächen und Gesundheitszentren – und hat heute drei neue Mieter bekannt geben können. Unter anderem wird Microsoft Schweiz in den «Circle» ziehen.

Doch intern plant der Flughafen schon das nächste Megaprojekt. Wie die «Aargauer Zeitung» mit Verweis auf das Personal-Magazin des Flughafens schreibt, will das Unternehmen das Hauptterminal 1 komplett neu bauen. Losgehen soll es 2021. Die Fertigstellung ist per 2030 geplant. Das Terminal 1 ist die Heimat des Home Carriers Swiss sowie der anderen Airlines der Lufthansa-Gruppe und der Star Alliance

Laut der internen Publikation muss das Terminal aufgrund der angejahrten Bausubstanz komplett abgerissen und neu gebaut werden. Der Neubau soll weiter nördlich zu stehen kommen, um landseitig mehr Platz für Checkin, Sicherheitskontrollen, Lounges und Geschäftsflächen zu schaffen. Zudem soll das Terminal mehr Gates bekommen. Heute sind es 17 Fingerdocks und 10 Bus-Gates.

Von 29 auf 50 Millionen Passagiere bis in 20 bis 30 Jahren

Hintergrund des Bauprojekt ist das erwartete Passagierwachstum in Zürich Kloten. «Die Prognosen lassen erwarten, dass die Zahl der Passagiere, die heute jährlich am Flughafen Zürich ankommen, abfliegen oder umsteigen, bis in 20 bis 30 Jahren von heute 29 auf 50 Millionen wächst», ist im Personalheft der Flughafenbetreiberin nachzulesen.

Der Satz hat es in sich. Denn er bedeutet, dass der Flughafen seine Infrastruktur auf die doppelte Grösse von heute ausrichten will. Zum Vergleich: Rund 50 Millionen Passagiere fliegen heute an Airports wie Bangkok in Thailand, Miami in den USA oder Istanbul in der Türkei.

Politisch wird es das Projekt – soviel ist jetzt schon sicher – äusserst schwer haben. In Kanton Zürich und im bilateralen Verhältnis zu Deutschland, über dessen Staatsgebiet viele Anflüge führen, ist der Fluglärm eines der ganz sensitiven Themen. Hinzu kommt: Mit dem aktuellen Pistenlayout mit drei Pisten, die sich teils kreuzen, liesse sich der Passagieranstieg auf 50 Millionen kaum bewältigen. Ein Flughafen-Manager schreibt dazu im Personal-Magazin, es sei wie beim Kauf eines Kleidungsstücks für heranwachsende Kinder: «Wir wollen sicherstellen, dass es nicht schon nach kurzer Zeit wieder spannt und zwickt.» Der Flughafen-Sprecher ergänzt, man rechne damit, dass die Airlines künftig grössere und besser ausgelastete Flugzeuge einsetzen würden, um die steigende Nachfrage zu bewältigen.

Kostenpunkt? Noch offen

Noch ist offen, was der Terminal-Neubau kosten wird. Ein Sprecher richtet aus, die Planungen seien in einem frühen Stadium, die Eckdaten nicht definitiv. Eine Budgetgrösse gibt der Flughafen deshalb nicht bekannt. Das im Jahr 2003 eröffnete Dock E wurde für rund 330 Millionen Franken gebaut. Bereits klar ist gemäss Sprecher allerdings,  dass alle Investitionen aus den laufenden Cashflows und den bestehenden finanziellen Mitteln des Unternehmens finanziert würden.

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