Die Pläne zum Bau eines neuen Flughafens im Osten Londons haben eine schwere Abfuhr erhalten. Die von der britischen Regierung eingesetzte Flughafenkommission lehnte das von Bürgermeister Boris Johnson unterstützte Vorhaben aus Kostengründen am Dienstag ab. Sie empfahl stattdessen, entweder die Flughäfen Heathrow oder Gatwick auszubauen. Eine Entscheidung will sie bis Sommer 2015 treffen.

Nach Ansicht des Airport-Ausschusses wäre ein Neubau mit bis zu 90 Milliarden Pfund (rund 137 Milliarden Franken) etwa fünfmal so teuer wie der Ausbau eines der bestehenden Flughäfen. Wir müssen uns auf Lösungen konzentrieren, die machbar und bezahlbar sind", sagte der Vorsitzende Howard Davies. Derzeit bleibt als mögliche Variante der Anbau zusätzlicher Start- und Landebahnen auf den bestehenden Flughäfen.

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Johnson will weiterkämpfen für «Boris Island»

Die Abfuhr ist ein Rückschlag für Johnson. Der als möglicher Nachfolger für Premierminister David Cameron gehandelte Bürgermeister hatte sich für den Neubau auf einer Insel in der Themse-Mündung starkgemacht. Dieses Engagement trug dem Projekt den Übernamen «Boris Island» ein. Johnson kündigte an, weiter für das Projekt zu kämpfen.

Heathrow ist nach Passagierzahlen der grösste Flughafen des Landes, weltweit liegt er an dritter Stelle. Weil er fast vollständig ausgelastet ist, sehen sich die Briten beim Wettlauf um Verbindungen in aufstrebende Länder im Nachteil zu anderen europäischen Flughäfen.

(reuters/sda/ise/gku)