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Flugplatz Dübendorf: Die zwei Bewerber stehen fest

JU-52 in Dübendorf: Wie es mit dem Flugplatz weitergeht, wird im Sommer entschieden.  Keystone

Topmotion und Flugplatz Dübendorf AG heissen die Bewerber um den zukünftigen Betrieb der «Wiege der Schweizer Luftfahrt». Beide haben starke Partner im Rücken – im Sommer wird entschieden.

Von Gabriel Knupfer
am 07.04.2014

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) bestätigte am Montag, dass zwei Bewerber ein Angebot für den zivilen Weiterbetrieb des Flugplatzes Dübendorf eingereicht haben. Es handelt sich dabei um die Flugplatz Dübendorf AG und die Firma Topmotion. Die Eingabefrist ist am vergangenen Freitag um Mitternacht abgelaufen.

Wie Urs Holderegger vom BAZL bestätigte, sind beide Projekte kompatibel mit dem geplanten Innovationspark auf dem Flughafengelände. Zum genauen Inhalt der Eingaben hält sich das BAZL indes bedeckt. «Die Bewerbungen werden von uns vertraulich behandelt», erklärt der Specher des Bundesamtes. Ob Dübendorf als ziviler Flugplatz weitergeführt wird und wer als Betreiber in Frage kommt, wird der Gesamtbundesrat voraussichtlich im Sommer 2014 entscheiden.

Starker Partner

Die Mitbewerber wissen jeweils starke Partner im Rücken. Wie erst am Freitag bekannt wurde, ist an der Flughafen Dübendorf AG neben dem Aero-Club der Schweiz und fünf weiteren Teilhabern auch die Rega beteiligt. «Der Flugplatz Dübendorf ist eine interessante Variante für den zukünftigen Standort des Rega-Centers, falls die Rega zum Verlassen des Flughafens Zürich gedrängt wird», schreibt die Rettungsflugwacht in einer Medienmitteilung. Der heutige Rega-Standort am Flughafen Zürich-Kloten könnte wegen der geplanten Umrollung der Piste 28 schon bald verschwinden. Die Rega beteilige sich deshalb an der Flughafen Dübendorf AG und unterstütze deren Eingabe beim BAZL, heisst es weiter.

Urs Brütsch, von der Flugplatz Dübendorf AG ist denn auch zuversichtlich, dass das Unternehmen den Zuschlag erhält. «Wir haben eine überzeugende Bewerbung eingereicht und sämtliche Rahmenbedingungen des BAZL eingehalten.» Ob die Beteiligung der Rega ein Vorteil sei, könne man schwer abschätzen. «Dass sich die Rega uns angeschlossen hat, unterstreicht aber, dass unser Dossier gut ist.»

Gegner haben Swiss an Bord

Auch der zweite Bewerber, TopMotion GmbH, kann auf starke Hilfe zählen. Laut Medienberichten ist über die Tochterfirma Swiss Aviation Training die Fluggesellschaft Swiss beteiligt.

Federführend bei der Bewerbung von TopMotion ist Kurt Waldmeier, der Chef des Dübendorfer Air Force Centers. In einem ersten Schritt werden nun die beteiligten Bundesstellen eine fachliche Überprüfung der Eingaben vornehmen. Diese Beurteilung soll dann dem Bundesrat vorgelegt werden.

Lange Tradition

Der Flugplatz Dübendorf ist der älteste Flughafen der Schweiz. Das erste Flugfeld wurde hier bereits am 22. Oktober 1910 eröffnet. Der Bund kaufte das ganze Arenal 1918 für 380'000 Franken. Dübendorf wurde sowohl in der ziviler, als auch in militärischer Hinsicht zur «Wiege der Schweizer Luftfahrt.» Teile der Luftwaffe sind seit 1914 hier stationiert. Bis zur Eröffnung des internationalen Flughafens Zürich-Kloten 1948 war Dübendorf auch die Heimat der Swissair und ihrer Vorgängerin Ad Astra Aero. Als reiner Militärflugplatz wurde Dübendorf von 1949 bis 2014 weiter betrieben.

Aus finanziellen Gründen soll der Flugplatz künftig zivil und militärisch gemischt weiterbetrieben werden. Auf dem Gelände ist zudem ein nationaler Innovationspark geplant.

Während der Bund die Fliegerei und den Innovationspark verbinden will, kam vor allem von linker und grüner Seite die Forderung nach einer vollständigen Aufhebung des Flugplatzes zugunsten des Innovationsparks.

(mit Material von sda und awp)

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