Dass die Frage der zukünftigen Energieversorgung und damit diejenige nach alternativen Antriebsquellen in Hannover im Vordergrund stand, war angesichts der Ereignisse der vergangenen Monate kaum überraschend. Die Hersteller sind jedoch schon seit etlichen Jahren auf der intensiven Suche nach alternativen Energiequellen für die im Lagerbereich eingesetzten Geräte und Fahrzeuge. Entsprechend breit war denn auch die Auswahl an Flurfördergeräten an der diesjährigen CeMAT.

Zu den international führenden Firmen in den Bereichen Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik zählt die Jungheinrich AG in Hamburg. Als produzierender Dienstleister und Lösungsanbieter der Intralogistik bietet das Unternehmen seinen Kunden ein umfangreiches Produktprogramm an Staplern, Regalsystemen, Dienstleistungen sowie Beratung an. In Hannover präsentierte das Unternehmen einen serienreifen Elektro-Deichsel-Gabelhubwagen mit Lithium-Ionen-Technologie, der bereits in einem ersten Feldtest im Einsatz steht, wie Hans-Georg Frey, Vorsitzender des Vorstandes, unterstrich. Ein wesentlicher Vorteil des Einsatzes der Lithium-Ionen-Technologie liegt in der Gestaltung der Batterie. Diese wiegt nur noch etwas über 14 Kilogramm und reduziert das Gewicht des Staplers um etwa 150 Kilogramm. Dies wiederum reduziert den Energieverbrauch.

Multitalent «cubeXX»

Nomen est omen. Ganz im Stillen neue Konzepte auszudenken und diese dann dem Publikum auch wirksam zu präsentieren, gehört zu den Merkmalen der Hamburger Still GmbH, die heute zur Kion-Group (Linde, Still und OM) gehört. Nach dem Concept Car, der vor 12 Jahren präsentiert wurde, und dem RXX folgt nun der cubeXX. Die Aufgabe der in Hannover präsentierten Studie ist es, mögliche Antworten auf alle logistischen Herausforderungen, die sich aus den Megatrends für die Logistik abzeichnen, zu geben. Im automatisierten Betrieb oder im Stand-by-Modus kann der cubeXX nicht nur die Kabine einfahren, sondern auch die Gabeln beim Nichtgebrauch bündig zum Hubgerüst einklappen. So im Raumbedarf optimiert, kann die Ladung der Li-IonenAkkus innerhalb der Regale stattfinden. Der cubeXX ist klein und wendig und kann die Räder derart einschlagen, dass eine 360-Grad-Drehung auf der Stelle möglich wird. Um den Energieverbrauch weiter zu senken, wurde auf ein Gegengewicht verzichtet. Dafür werden bei Lastaufnahme zwei Laststützen unterhalb der Gabeln ausgefahren.

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Der cubeXX ist aber auch ein Elektrostapler. Zum Doppelstockfahrzeug wird er, indem die Gabelzinken ausgeklappt und die Laststützen ausgefahren werden. Durch eine integrierte Schleppvorrichtung, an der Routenzugelemente angekoppelt werden können, wandelt sich der cubeXX in einen Routenzug. Selbst die Aufgaben eines Hochhubwagens sind dank dem ausfahrbaren Mast zu absolvieren. Zudem kann das Gerät als Horizontalkommissionierer eingesetzt werden.

Lithium-Ionen-Stapler von Linde

Welche Vorteile sich durch die Verwendung von Lithium-Ionen-Batterien in Flurförderzeugen ergeben, zeigte Linde Material Handling mit zwei fahrbereiten Prototypen: Einem Niederhubwagen mit 1,6 Tonnen Tragfähigkeit und einem Elektrostapler auf Basis der neuen Baureihe mit 2,5 Tonnen Tragfähigkeit. In der ausgestellten Batterievariante macht sich der deichselgeführte Niederhubwagen vor allem die grössere Energiedichte des Lithium-IonenAkkus zunutze. Eine kleine Batterie mit einem Energiegehalt von 2,1 Kilowattstunden in Kombination mit einem integrierten Schnellladegerät genügt, um das Gerät über den ganzen Tag hinweg einzusetzen. Vorausgesetzt, die Batterie wird in den Pausen aufgeladen. Als mögliche Einsatzfelder empfehlen sich beispielsweise der Lebensmittelhandel oder kleinere Betriebe.

Des Weiteren präsentierte Linde für Einsätze im Schmalgang ein neues Fahrzeug mit 1,5 Tonnen Tragfähigkeit. Dieses bietet mehr Komfort in der Kabine und ermöglicht die Integration von RFID-Tags zur Darstellung von Gangsicherheitsfunktionen und Zonenerkennung. In Zusammenarbeit mit Partnern von fahrerlosen Transportsystemen entwickelt Linde komplexe automatisierte Lagerlösungen mit Flurfördergeräten, welche über Personenschutz, Konturenkontrolle, Einlagerungshilfe, Fahrzeugkoordination und Verkehrsregelung verfügen. In Hannover wurde ein erstes Fahrzeug, das mit Seegrid Corp. entstanden ist, vorgestellt.

Mit einem über fünf Jahre alten Stand-Niederhubwagen ESP 3000 trat die Stöcklin Logistik AG mit Sitz in Dornach den Beweis an, dass Robustheit und Zuverlässigkeit ihrer Produkte keine leeren Worte sind. Das Gerät wurde für die Messe aus seinem täglichen Einsatz geholt, wo es bereits mehr als 16 000 Betriebsstunden hinter sich gebracht hat und auch weiterhin eingesetzt wird. Das in Hannover vorgestellte neue Modell EDI schliesst vorläufig die Überarbeitung der ED-Baureihe, der leichten Deichsel-Hoch- und Niederhubwagen, ab. Diese werden mit Initialhub (2000 Kilogramm) als 1,2- beziehungsweise 1,4- und 1,6-Tonnen-Geräte angeboten. Dabei kommen alle bisher verwendeten und bewährten Standard-Baugruppen für Antrieb und Hub wieder zum Einsatz. Das heisst: AC-Antrieb mit CanBus-Steuerung, eingebautem HF-Ladegerät und geregeltem Masthub. Unter der Bezeichnung «Eco-Drive» finden sich Funktionen und Massnahmen innerhalb der Stöcklin-Produkte, die in den Dienst des aktiven Energiesparens gestellt werden. Bereits bei der Konstruktion der Produkte steht der Energieverbrauch neben der Funktionalität und Kostenoptimierung im Vordergrund. Ein Beispiel dafür sind die Kleinteilegeräte von Stöcklin, die BOXer-Baureihe, die dank besonders leichter Bauweise deutlich weniger Energie verbrauchen.

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Zehn Neue von Hyster

Der US-Flurförderzeuge- und Materialumschlaggeräte-Hersteller Hyster präsentierte insgesamt zehn Neuheiten. Dazu zählen: Ein emissionsarmer ReachStacker mit bis zu 15 Prozent geringerem Treibstoffverbrauch bei Hafen- und Terminaleinsätzen. Eine neu eingeführte Baureihe CT mit luftbereiften Diesel- und Gasmotor-Gabelstaplern, die Hublasten von 2,0 oder 2,5 Tonnen meistern und für leichte bis mittelschwere Anwendungen vorgesehen sind. Die Elektrostapler der Produktreihe JXN sind für schwere Arbeiten in Hallen und im Freien konzipiert. Präsentiert wurde auch ein neu konstruierter Niederhub-Kommissionierer, lieferbar mit Fussschaltersteuerung, etlichen Gabelversionen sowie Scherenheber. Auch zu sehen war ein batteriebetriebener Elektroschlepper zur Ausweitung des bestehenden Hyster-Lieferprogramms – basierend auf der Konstruktion des neuen Niederhub-Kommissionierers.

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Flurförderzeuge

Gabelstapler
Dabei handelt es sich um die bekanntesten motorgetriebenen Flurförderzeuge. Sie kommen im innerbetrieblichen Warenumschlag und Transport zum Einsatz.

Antrieb Gabelstapler werden in der Regel durch einen mitfahrenden Bediener gesteuert. Der Antrieb erfolgt mit einem Verbrennungs- oder Elektromotor. Neu auf dem Markt erhältlich sind auch hybride Modelle.

Hydraulik
Die Kraftübertragung zum Kippen, Heben und teilweise Lenken erfolgt mit Hydraulik, beim Fahrantrieb von Geräten mit Verbrennungsmotor auch mit Strömungsgetriebe.

Hublasten
Die gebräuchlichsten Hublasten liegen bei 1–8 Tonnen. Es sind aber auch deutlich kräftigere Fahrzeuge erhältlich.