«Umweltschutz» und «Motorfahrzeuge» sind zwei Begriffe, die in jüngster Zeit vermehrt in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt sind. Der Genfer Autosalon steht vor der Tür, und dieser Treffpunkt der Auto-Welt wird von den Gegnern des Individualverkehrs gerne dazu benutzt, Stimmung gegen das Auto zu machen. Dass ein Personenwagen mit Jahrgang 2008 deutlich weniger Treibstoff verbraucht und einen Bruchteil an Emissionen erzeugt als ein Modell, das vor fünf oder gar zehn Jahren neu auf die Strasse rollte, wird dabei oft – bewusst – vergessen.

Steuern allein bringen wenig

Auch der Bund und die Kantone melden sich in Sachen Umweltschutz regelmässig zu Wort. Wenn es allerdings darum geht, gezielte Massnahmen zur Reduktion der Emissionen zu ergreifen, dann werden in der Schweiz «Fahrverbote ausgesprochen, statt Fördermassnahmen beschlossen», kritisiert Tony Wohlgensinger, Präsident Auto-Schweiz, Vereinigung der Automobil-Importeure in der Schweiz, im «Handelszeitung»-Interview (Seite 81).

Auch die dauernd höhere finanzielle Belastung von Motorfahrzeugen ist ein probates Mittel des Staates, den Automobilisten vermehrt Umweltbewusstsein beizubringen.

Dabei gäbe es durchaus andere Mittel, um den Ausstoss von CO2 oder den Treibstoffverbrauch pro Fahrzeug hierzulande zu reduzieren. Beispielsweise, indem die rund 1,3 Mio Personenwagen in der Schweiz, die alle über zehn Jahre alt sind, durch moderne, umweltfreundlichere Fahrzeuge ersetzt würden. Untermauert werden kann diese Forderung mit einem Vergleich: Ein alter Personenwagen der Euro-0-Norm entspricht der Belastung von 75 heutigen Euro-4-Fahrzeugen mit Dieselpartikelfilter. Möglich wäre ein Austausch mittels einer Verschrottungsaktion und entsprechenden -prämien, wie sie in anderen europäischen Ländern schon mehrfach praktiziert wurden. Ein finanzieller Anreiz würde allerdings die Steuereinnahmen von Bund und Kantonen schmälern. Damit hört der Umweltschutz bei vielen Politikern meist auf.

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Zu teurer Dieseltreibstoff

Die Schweiz ist zudem eines der wenigen Länder Europas, das auf die Förderung des CO2-senkenden Diesels verzichtet. Statt mit Road Pricing und LSVA die Mobilität immer mehr zu verteuern, könnte man mit gezielten Massnahmen einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Aber dazu fehlt es den verantwortlichen Stellen am nötigen Willen.