Viele Anleger sind über die Leistung ihrer Fonds enttäuscht. Etliche Vehikel verzeichnen Abflüsse. Die Fondsvolumen sind zum Teil massiv gesunken. Jetzt greifen die Anbieter hart durch. «Während der gegenwärtigen Konsolidierungsphase werden 10 bis 15% der Fonds in der Schweiz verschwinden», sagt Marcus Signer, Head of Sales Switzerland bei der Bank Pictet, gegenüber der «Handelszeitung». Zusätzlich beschleunigt wird der Prozess durch den Zwang zur Grösse: «Langfristig wird eine Harmonisierung in der EU angestrebt», erklärt Raoul Bachmann, Leiter Vertrieb bei der Credit Suisse: «Resultat davon wären weniger, aber grössere Fonds.»

Von einem Fondssterben will Martin Thommen, Präsident der Swiss Fund Association und Managing Director bei der UBS, dennoch nicht sprechen. Er bestätigt aber: «Es werden sicher gewisse Produkte vom Markt verschwinden.» Auf die Frage, welche Fonds geschlossen werden, antwortet er: «Tendenziell risikoreichere Anlageklassen wie Aktienfonds und Nischenprodukte.» Diese Fonds verzeichneten in der Krise die grössten Vermögenseinbussen.

Laut Peter Bänziger, Leiter Asset Management bei Swisscanto, kommen kleinere Fondsanbieter in der Schweiz unter Druck. Sie können nicht mehr rentabel arbeiten. Auch die Grossbanken sind vor Fondsschliessungen nicht gefeit, auch wenn sie Zusammenlegungen bevorzugen. In diesem Jahr wurden bei der UBS zwei Fonds liquidiert und bei der CS wurde ein Absolute-Return-Produkt geschlossen. Pictet und Swisscanto haben verschiedene Fonds fusioniert.

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