Viele Anleger können sich kaum mehr daran erinnern, aber mit Aktienfonds hatte man in den Jahren 2003 bis 2007 aussergewöhnlich hohe Gewinne erzielt. Die guten Zeiten, so viel steht fest, dauerten nicht ewig. Doch das tun sie ohnehin nie: Auf die Hausse folgt immer wieder eine Baisse.

Dilemma

Ab Mitte 2007 waren sich viele Akteure in der Finanzindustrie einig, dass die Aktienpreise auf ein realistischeres Bewertungsniveau sinken müssten. Fondsmanager von Long-only-Aktienfonds standen nun vor einem Dilemma. Obwohl sie den wahrscheinlich bevorstehenden Bärenmarkt antizipierten, waren ihnen die Hände gebunden. Sie konnten keinen Nutzen aus dem Abwärtstrend ziehen, denn die meisten Fondsmanager dürfen nicht mit Derivaten arbeiten, sondern müssen gemäss ihrem Mandat und Auftrag investiert bleiben. Als Schadensbegrenzung blieb ihnen meist nur, eine relativ kleine Position an Liquidität aufzubauen und in defensivere Titel zu wechseln.

Nun gibt es neue Möglichkeiten, um auf solche Marktveränderungen besser reagieren zu können, ohne auf die bisherigen Vorteile von Anlagefonds zu verzichten. Dank der Einführung von UCITS III im Jahr 2002 können auch private Anleger davon profitieren, dass Fondsmanager Rendite mit Unternehmen erzielen können, denen eine negative Kursentwicklung vorausgesagt wird, indem sie diese Aktien via Derivate «short» halten.

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Es hat einige Jahre gedauert, bis die Fondsindustrie entsprechende Produkte entwickelte. Im Gegensatz zu herkömmlichen Long-only-Fonds, die darauf beschränkt sind, auf steigende Aktienkurse zu setzen, sind Active Extension-Fonds nicht von der Richtung der Märkte abhängig, sondern können auch in Baissephasen konsistentere Erträge erwirtschaften.

Der Einsatz von derivativen Instrumenten ist bei Active Extension-Fonds aber nicht nur auf das «shorting» beschränkt. Wenn der Fondsmanager von einer Kurssteigerung überzeugt ist, kann er auch Call-Optionen auf vorhandenen Aktienbeständen schreiben und durch die erhaltenen Optionsprämien zusätzliche Rendite erwirtschaften. Diese Technik wird häufig angewendet, wenn die Volatilität im Markt hoch ist. Sie bestätigte sich als sehr effizientes Instrument, wenn der Fondsmanager aus einem Engagement aussteigen wollte, weil der Aktienkurs seinen erwarteten Zielpreis erreicht hatte.

Wichtige Abgrenzungen

Für Fonds, welche die neuen Möglichkeiten unter anderem damit ausschöpfen, Aktien «short» zu halten, um auf sinkende Kurse zu setzen, gibt es im Markt noch eine Vielzahl von Namen: Long/Short-Fonds, 130/30-Fonds oder eben Active Extension-Fonds sind die wohl bekanntesten Bezeichnungen für diese Produkte (siehe Grafik).

Allerdings muss man hier einen wichtigen Unterschied zu Hedge- Fonds herausstreichen. Hedge- Fonds haben sich vielfach die Aktien geliehen und im Markt zum aktuellen Kurs verkauft (ungedeckte Leerverkäufe), in der Hoffnung, diese zu einem späteren Zeitpunkt günstiger einzukaufen. Sie haben damit in einigen Fällen grosse Verzerrungen im Markt verursacht und für negative Schlagzeilen gesorgt. Active Extension-Fonds hingegen verwenden derivative Instrumente (Contracts for Difference), um denselben wirtschaftlichen Effekt zu erzielen, vermeiden dabei aber die Schwierigkeiten mit der Ausleihung von Aktien.

Hedge-Fonds haben im Konkursfall keinen Kapitalschutz für den Anleger. Dies ist ein weiterer wichtiger Vorteil von Active Extension-Fonds, bei welchen die Kundengelder als konkursresistente Vermögen behandelt werden. Aufgrund der Vorschriften von UCITS wird eine strikte Trennung von Fondsmanagement, Handel und unabhängiger Depotbank eingehalten. Zudem sind sie in den meisten Fällen kostengünstiger.

Der aktuelle Markt wird einerseits geprägt von attraktiven Unternehmungen mit günstigen Bewertungen und soliden Bilanzwerten, andererseits von weniger soliden Gesellschaften mit grosser Verschuldung und unsicherer Ertragslage. Diese Situation spricht genau für Anlageinstrumente, die dank einer flexiblen Mischung von Long- und Short-Positionen eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaften können.

Neue Anlagetechniken nutzen

Die FAST Fonds, die Active Extension-Produktepalette von Fidelity, nutzen die neuen Anlagetechniken seit einigen Jahren und haben bewiesen, dass sie in jedem Börsenumfeld funktionieren. Sie profitieren nicht nur von steigenden Börsenkursen, sondern auch wenn die Preise fallen, und bieten damit privaten Anlegern bessere Renditemöglichkeiten, die zuvor nur institutionellen Investoren vorbehalten waren.