Der ums Überleben kämpfende Fotopapierhersteller Ilford will mithilfe einer Restrukturierung finanziell wieder auf Kurs kommen. Das in Marly FR beheimatete Unternehmen baut rund 100 seiner 230 Arbeitsplätze ab.

Von den 100 betroffenen Personen sollen 66 entlassen werden, wobei 27 älter sind als 58 und somit in den frühzeitigen Ruhestand treten, wie die neuen Eigentümer von Ilford vor den Medien erklärten.

Hinzu kommen 26 Personen, die das Unternehmen seit Juni verlassen haben und nicht ersetzt werden. Ausserdem wird das Pensum von 16 Angestellten reduziert.

«Diese Restrukturierung erlaubt es uns, wieder profitabel zu werden und den Neuanfang zu schaffen», erklärte Unternehmenschef Paul Willems.

Ilford hatte Ende Juli Insolvenz angemeldet und konnte den Konkurs nur deshalb abwenden, weil Willems und Finanzchef Jean Marc Métrailler kurzfristig als Geldgeber einsprangen und sämtliche Aktien kauften. Dies soll aber nur eine Übergangslösung sein, wie Willems bekräftigte.

Investoren gesucht

Die beiden neuen Besitzer müssen dem zuständigen Richter am 16. September ihre Pläne präsentieren, wie das Überleben des Unternehmens gesichert werden soll. Teil dieses Plans ist der Einstieg eines Investors aus Fernost: Eine japanische Firma, mit der Ilford bereits seit längerem zusammenarbeitet, soll einen Teil der Aktien übernehmen, wie Willems und Métrailler ankündigten. Weitere Geldgeber werden gesucht.

In der Zwischenzeit soll der Verkauf eines Teils des Firmengeländes wieder etwas Geld in die Kassen spülen. Die Transaktion soll demnächst abgeschlossen werden. Die Juli-Gehälter konnte das Unternehmen auszahlen, und auch für den August sollen die Angestellten ihren Lohn erhalten.

«Wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen können», sagte Willems. «Die nächsten zwei bis drei Monate werden entscheidend sein.»

Dialog gefordert

Der Arbeitnehmerverband Angestellte Schweiz beklagte in einem Communiqué, dass die Mitarbeiter die Zeche für die Rettung des Unternehmens bezahlen müssten. Man sei sich bewusst, dass die Restrukturierung nötig sei. Das Management solle aber «sofort in einen Dialog treten», um eine Lösung im Interesse aller zu finden.

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Die Arbeitnehmervertreter fordern insbesondere eine Verbesserung des Sozialplans, den das Unternehmen aufgestellt hat. Die Konditionen seien «weit entfernt von denjenigen, die früher in diesem Unternehmen üblich waren», kritisierte Angestellte Schweiz.

(chb/sda)