Der taiwanesische Elektronikproduzent will die Rechte seiner Angestellten stärken. So hat er laut der «Financial Times» Foxconn angekündigt, in seinen chinesischen Fabriken eine Arbeitnehmervertretung wählen zu lassen. Dies sei eine Premiere unter Grossunternehmen in China, deren Gewerkschaftsvertreter bislang vom Management und den Lokalregierungen kontrolliert würden.

Demnach sollen ein Vorsitzender und 20 Mitglieder der «Foxconn Vereinigung von Gewerkschaftskomitees» alle fünf Jahre durch eine geheime Wahl bestimmt werden, schreibt die «Financial Times» weiter.

Foxconn reagiert mit dieser Ankündigung  auf den Druck seines wohl wichtigsten Auftraggeber Apple. In den letzten Jahren stand Foxconn immer wieder wegen seinen miserablen Arbeitsbedingungen in der Kritik bei den europäischen und amerikanischen Konsumenten. So kam es verschiedentlich zu Selbstmorden von Mitarbeitern und gewaltsamen Konflikten zwischen Arbeitern und Werk-Sicherheitskräften.

Höchste Gewinnmargen

Apple stand dadurch selber ebenfalls massiv in der Kritik: Der kalifornische Elektronikgigant hat in der Technologiebranche eine der höchsten Gewinnmargen, profitiert aber gleichzeitig von Foxconn bezahlten Niederiglöhnen und schlechten Arbeitsbedingungen, so der Vorwurf.

Deshalb hat Apple-Chef Tim Cook nun versprochen, den Arbeitsbedingungen in den chinesischen-Zulieferwerken vermehrt Achtung zu schenken und trat dazu als erster Technologiekonzern der unabhängigen Fair Labor Association (FLA) bei. Diese  führt eigene Inspektionen in den Werken durch.

Laut der Financial Times kritisiert die FLA unter anderem auch, dass es in den Foxconn-Werken keine echte Arbeitnehmervertretung gebe. Jetzt hat Foxconn Besserung versprochen und will seine Mitarbeiter mit Unterstützung der FLA für die Wahlen schulen. Denn wegen der schwachen Rolle chinesischer Arbeitnehmervertreter hätten die meisten jungen Mitarbeiter überhaupt keine Vorstellung davon, was die Rolle eines Gewerkschafters sei.

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(rcv/chb/aho)