Ein einfacher Flug von Zürich nach New York kostet bei der Fluggesellschaft Swiss deutlich mehr, als ein Hin- und Rückflug-Ticket. Wer als als Fluggast der Lufthansa-Tochter nun auf die Idee kommt, nur einen der beiden Flüge zu nutzen, wird von der Swiss nachträglich zur Kasse gebeten, schreibt der «Tages-Anzeiger».

Diese Geschäftspraxis gilt auch für Passagiere, die ihren Startpunkt im Ausland haben und erst bei der Zwischenlandung in der Schweiz für den Weiterflug zusteigen wollen. Fluggäste, die von einer Nachzahlung überrascht sind, werden auf die Allgemeinen Transportbedingungen der Swiss verwiesen.

Dort steht: «Ihr Flugschein ist nur für die auf diesem vermerkte Beförderung gültig und gilt für die Reise vom Abgangsort via allfällig vereinbarte Zwischenlandeorte bis zum Zielort. Der bezahlte Preis entspricht unserem Tarif. Er bildet einen wesentlichen Teil unseres Vertrags mit Ihnen. Der Flugpreis ist nur gültig, wenn die Flüge in gebuchter Reihenfolge absolviert werden. Anderenfalls erfolgt eine Neuberechnung des Flugpreises auf Basis des tatsächlichen Reiseweges.»

Widerspruch zum UWG

Und weiter heisst es: «Sollten Sie Ihre Beförderung ohne unsere Zustimmung ändern, berechnen wir den anwendbaren Preis für Ihre tatsächliche Reise. Sie müssen die Differenz zwischen dem von Ihnen bezahlten Preis und dem ganzen Preis für Ihre geänderte Beförderung entrichten.»

Diese Vertragsklausel dürfte dem Artikel 8 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in seiner Neufassung vom Juni 2012 widersprechen. Dort handelt unlauter, «wer allgemeine Geschäftsbedingungen verwendet, die [...] zum Nachteil der Konsumentinnen und Konsumenten ein erhebliches und ungerechtfertigtes Missverhältnis zwischen den vertraglichen Rechten und den vertraglichen Pflichten vorsehen.»

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Sollte es in diesem Fall zu einem Musterprozess kommen, müsste die Airline um ihren guten Ruf besorgt sein. Eine ähnliche Problematik zu ungültigen AGBs wurde heute bei der Auktionsplattform Ricardo.ch publik.

(aho/chb)